Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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Million Gulden erhalten. Die beiden Mädchen waren plötz- 
lich reiche Erbinnen geworden und gehörten von nun Oester- 
reich an, nicht blos durch vie Abstammung ihrer Mutter 
und Großmutter, sondern ebenso durch ihren Besitz und bald 
auch durch ikre Heirat. 
Fürst Aloys führte im Sommer 1760 seine beiden 
Töchter nach Wien, stellte sie der Kaiserin Maria Theresia 
vor und empfahl sie ihrem Schutze. Die Kaiserin nahm sie 
mit ausgezeichneter Güte und Freundlichkeit auf, ernannte sie 
sogleich zu „k. tk. Kammerfräulein“ und stellte sie der beson- 
deren Obsorge ihrer Obersthofmeisterin, der Gräfin Zose- 
phine Paar, anheim. Die Oettingen waren seit alter Zeit, 
wie j9 viele deutsche Adelsfamilien, in reger Verbindung mit 
dem kaiserlichen Hause geblieben und mit den ersten öster- 
reichischen Geschlechtern verwandt und verschwägert. Eine 
Tante der zwei jungen Mädchen, Maria Anna von Oettingen- 
Spielberg, war die dritte Frau des Fürsten Zohann Adam 
Liechtenstein und hatte ihm neun Kinder geboren. Eine 
Oettingen war unter Karl VI. an den Grafen Zoseph 
Wlczek, eine andere an den Grafen Königse>-Aulenhof, eine 
dritte an den Grafen Hermann Friedrich von Hohenzollern- 
Hechingen verheiratet. Die Schwiegermutter des damals 
„regierenden“ Fürsten Zoseph Adam Schwarzenberg, die 
Obersthofmeisterin Gräfin Paar waren geborene Gräfinnen 
von Oettingen-Spielberg. Die Kaiserin selbst war mit ihnen 
verwandt, denn vie Großmutter Maria Theresia's, die Her- 
zogin Christine Luise von Braunsc<hweig-Wolfenbüttel, war 
eine geborene Oettingen. 
Die beiden Mädchen traten also in Wien in verwandte 
Kreise und wurden auch bald heimisch und vertraut mit den
	        

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