Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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war seit 1762 Maurer, sagte sich aber 1785 los und be- 
suchte feine Loge mehr. Auch Wolfgang Mozart ließ sich 
aufnehmen; er hat 1785 eine Cantate für die Maurer com- 
ponirt und bekanntlich ist die Zauberflöte eine musikalische 
Darstellung maurischer 3deen. Die Grundsätze der Maurer: 
Vereinigung der Menschheit, treue Freundschaft, Brüderlich- 
keit, Gehorsam für die Obrigkeit, eine Religion ohne Kirche 
entsprachen so ganz der Zeit; aber vielmehr war es die ge- 
heimnißvolle Symbolik des Ordens, die unbestimmte Sehn- 
sucht, die Räthsel der Welt zu lösen, die Neugierde und die 
Mode, welche so viele ausgezeichnete Männer veranlaßte, sich 
dem Orden anzuschließen. Die Geistlichkeit verfehlte nicht, 
Kaiser Joseph aegen die Freimaurer einzunehmen. Er exr- 
flärte jedoch, daß er zwar in die Geheimnisse der Freimaurer 
nicht eingeweiht sei, da er aber wisse, daß dieselben nur gute 
Zwede verfolgen, indem sie die Nothdürftigen unterstüßten 
und sich vorgesetzt haben, das menschliche Elend nach Mög- 
lichkeit zu beseitigen und das Wissen zu befördern, gestatte 
er, daß in seinen Staaten die Freimaurerlogen fortbestehen 
und so lange auf seinen Schutz rechnen dürfen, als sie sich 
den Landes8gesetzen fügen würden. Um dem Gewirre der ge- 
heimen Verbindungen und den unreinen Elementen darin ein 
Ende zu machen, verbot der Kaiser 1785 alle Winkellogen ') 
und gestattete hinfort in den Hauptstädten nur drei, in den 
Provinzialstädten nur eine Loge und auch diese nur unter 
dem Schut und der Aufsicht der Regierung. Die acht Logen 
in Wien vereinigten sich zu drei, dann zu zwei Logen: „zur 
Wahrheit“ und „zur neugekrönten Hoffnung“. Von den 
:) Handbillet vom 1. Dec. 1785
	        

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