Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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wird seine Ungnade theilen.“ DVIoseph bat: „Nehmen Sie 
doch die Sache nicht so, ich liebe und schätze den Fürsten 
Karl wie früher, ich hoffe, Sie werden mir helfen.“ Die 
Kaunitz : „I< helfen? gewiß nicht und am besten ist es, 
wenn alle die Beziehungen zu meiner Schwester aufhören.“ 
Zofeph schloß: „Aber ich kann Ihnen versichern, daß wir 
nicht eine, auch nicht eine läßlihe Sünde begangen haben, 
außer daß wir „giftig“ aufeinander waren; auch darin war 
ich immer der Geduldige und habe mir damit viele Staffeln 
in den Himmel erbaut*).“ 
Wenige Wochen nachher, am 29. November 1780, 
starb die Kaiserin Maria Theresia und alles nahm eine an- 
dere Wendung. Herzog Albert berichtet darüber: „Das 
Glü& unseres Lebens sollte nur zu bald getrübt werden. 
Anfangs October 1780, als Maria Theresia mit uns auf 
dem Lande war, kam die Nachricht, daß Prinz Karl von 
Lothringen gestorben sei. Die Kaiserin war sehr betrübt, 
denn sie liebte ihren Shwager. Da wir für den Posten in 
den Niederlanden bestimmt waren, so hatten wir die Aus- 
sicht, uns. bald von der theuren Mutter trennen zu müssen. 
Das. geschah leider nur zu bald und für immer. Die Kai- 
ferin, welche mit ihrer rüstigen Gesundheit die Folgen der 
Geburten und den Beginn des Asthmas lange überwunden 
hatte, begann in Folge von Seelenleiden, welche auf ihren 
Körper zurückwirkten , zu kränkeln. Sie hatte Athmungsbe- 
schwerden und ihre Gereiztheit steigerte sich durch den Ver- 
druß über die Grundsätze ihres Sohnes, den sie sehr liebte, 
2) Leopoldine an Eleonore, 28. August, 24. October, 1. No- 
vember 1780.
	        

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