Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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festeste Ueberzeugung, daß, selbst wenn die Bemühungen des 
Kaisers noch so ungestüm wären, doch ihr Gefühl von dem, 
was sie ihrer Familie und sich selbst schuldig ist, verbunden 
mit einer religiösen und ernsten Richtung ihres Geistes, sie 
erhaben über die Verführung machen würde. Aber Zosephs 
Anhänglichkeit ist niht auf ihre Person, in dem gewöhnlichen 
Verstande dieses Wortes, gerichtet, obgleich es schwer sein 
möchte zu sagen, was für genaue Grenzen seine Mäßigung 
oder ihre Tugend ihrem Verhältnisse sekte. Sie empfängt 
ihn selten und niemals allein, obgleich sie ihn fortwährend 
sowohl in ihrem eigenen Hause als in Privatgesellschaft sieht. 
Selbst im Theater bleibt immer eine Dame in ihrer Loge, 
wenn der Kaiser sich da befindet. Im Umgange mit der 
Fürstin Karl Liechtenstein findet Joseph die angenehmste Er- 
holung von den öffentlichen Geschäften und Privatsorgen, 
und diese Vertraulichkeit bildet wahrscheinlich das Hauptband 
ihrer Verbindung. Sie lehnt auch den geringsten politischen 
Einfluß und Credit bei ihm ab.“ 
Die nächsten Jahre verflossen für Eleonore ohne Sts- 
rung und Aufregung. Nachdem Fürst Karl 1775 den Posten 
als Landescommandirender in Oesterreich erhalten hatte, lebte 
sie wieder mit allen zusammen, die ihr theuer waren. Karl 
Liechtenstein wohnte damals in der Wallnerstraße, in dem 
Hause, welches später Bernadotte als französischer Gesandter 
eine Zeit bewohnte. Zu diesem Hause hat Eleonore ihrem 
Manne uoch drei Knaben geboren und da sie eine sorgsame 
Mutter war, wurde der größte Theil ihres Lebens von der 
Pflege der Kinder in Anspruch genommen. Auch ihr Haus- 
halt war mit jener Regelmäßigkeit und Ordnung eingerichtet, 
welche die Erziehung und Heranbildung der Kinder, nament-
	        

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