Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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der Verwaltung und persiflirte zugleich die verschiedenen An- 
sichten und Versönlichkeiten der Staat8männer. Ex hatte sich 
von seinem philosophischen Unterricht her diese Art zu rai- 
jonniren angewöhnt; er hatte gelernt, ganz falsche Prinzipien 
durc< Sovhismen zu unterstüßen, so daß er Jeden, der nicht 
seine Grundsäte logisch sicher zu vertheidigen wußte, leicht 
irre machen konnte. Dabei war er feurig, lebendig, voll 
Ehrgeiz zu glänzen und von sich sprechen zu machen und 
hatte immer neue Ideen zu Reformen. Diese Richtung 
hatte etwas Gutes, sie gab allen Zenen, die unter ihm ar- 
beiteten, Leben und Bewegung, aber anderseits war alles, 
was er unternahm, wenig vorbereitet und überstürzt. Seine 
politischen Prinzipien erregten die Aufmerksamkeit der fremden 
Mächte und schadeten dem Vertrauen, das man auf die Ab- 
sichten Maria Theresia's hatte. Dabei hatte er den Fehler, zu 
wollen, daß uur nach seinen Zdeen gearbeitet werde. Ex nahm 
immer neue Arbeiten auf, ließ sie wieder fallen, besonders 
wenn er Widerstand erfuhr. So bildeten seine Reformen 
eine Reihe von Versuchen, aber man darf nicht verkennen, 
daß sie nur für das öffentliche Wohl unternommen wurden. 
Als er zur Regierung kam, zeigte er nur zu sehr die Heftig- 
keit und Härte seines Charakters. Die Kaiserin kannte sie 
und fürchtete ihre Folgen, aber sie bewunderte seine Talente 
und freute sich der Aufmerksamkeit, wel<he er ihr überall 
zeigte und welche oft nur zum Zwe hatte, sie für seine 
Ansichten zu gewinnen. Sie ernannte ihn zum Mitregenten, 
wie es ihr verstorbener Gemal gewesen, stübte sich auf seine 
Hilfe und überließ ihm fast gänzlich die Leitung des Militär- 
wejens, ungeachtet es ihr der Marschall Daun widerrathen 
hatte.“
	        

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