Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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bäudedirector; als Fürst Auersperg 1775 zurütrat, wurde 
Graf Franz Rosenberg Oberstkämmerer und Ernst Kaunitz 
erhielt erst spät unter Kaiser Joseph den Posten eines Oberst- 
hofmarschalls. 
Eleonore Liechtenstein verlebte die Jahre 1770---72 
nicht in gleicher Ruhe wie ihre Schwester. Häusliche Sts- 
rungen und eine Reihe von Todesfällen betrübten ihr Ge- 
müth. Fürst Karl war ' ein freigebiger, großer Herr, der 
den Werth des Geldes nicht schätzte, und er vermochte eben- 
sowenig wie sein Schwager Kaunitz zu wirthschaften. Schon 
die Frankfurter Reise hatte mehr als 30.000 fl. gekostet und 
die Fürstin hatte no< 1769 eine gleiche Summe aufnehmen 
müssen. Als nun der Fürst im Winter 1770 wieder zu 
spielen anfing und in kurzer Zeit mehr als 100.000 fl. ver- 
lor, kamen sie in peinliche Verlegenheit. Eleonore tröstete 
sich noch damit, daß die Spielschuld nicht größer war, aber 
beide scheuten sich in ihrem unabhängigen Sinne, ihre Ver- 
wandten anzusprechen. Sie verlebten einen einfachen, trau- 
rigen Sommer in Meseritsch, bis der alte Fürst Wenzel 
ihnen Vorwürfe machte, daß sie so wenig Vertrauen hätten, 
und die Angelegenheit ordnete. 
Noch betrübender war es für sie, als" bei dem großen 
militärischen Avancement am 1. Zänner 1771 der Fürst Karl 
übergangen wurde. Nicht weniger als 4 Feldzeugmeister, 
18 Feldmarschalllieutenants, 49 Generalfeldwachtmeister, '19 
Oberste und 12 Obristlieutenants wurden an einem Tage 
ernannt und mitten im Frieden '). Die neu ernannten Feld- 
marschalllientenants waren alle jünger als Fürst Karl und 
!) Wiener Diarium, 5. Jänner 1771.
	        

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