Volltext: Das Fürstentum Liechtenstein und der gesamte Fürst Johann von und zu Liechtensteinsche Güterbesitz

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gemäß österreichisch-liechtensteinischem Staatsvertrage 
vom 19. Jänner 1884 von Fall zu Fall durch öster- 
reichische richterliche Beamte erfolgt, welche regel- 
mäßig dem Kreisgerichte Feldkirch entnommen wer- 
den. Über Vergehen erkennt das Landgericht als 
Schöffengericht und besteht in solchen Fällen aus 
einem geprüften Richter und zwei Schöffen ; die Urteils- 
fällung bei Übertretungen steht dem Landrichter zu ; den 
Strafvollzug hat der Landesverweser zu überwachen. 
In neuester Zeit wurde das Justizwesen in Liechten- 
stein einer eingehenden Reform unterzogen. So wurde 
im Jahre 1911 ein Gesetz, betreffend die Verlassen- 
schaften der Ausländer (L. G. Bl. Nr. 6, Jahrg. 1911) 
geschaffen, und im Jahre 1912 sind neue gesetzliche 
Bestimmungen über die Verlassenschaftsgebühren 
(L. G. Bl. Nr. 8, Jahrg. 1912), sowie eine neue Zivil- 
prozeßordnung erlassen worden, welch letztere sich 
mm der Hauptsache an die Bestimmungen der gegen- 
wärtigen österreichischen Zivilprozeßvorschriften an- 
lehnt und nur dort Abweichungen enthält, wo dies 
durch die besonderen Verhältnisse des Landes und 
namentlich durch die liechtensteinische Gerichtsorgani- 
sation geboten war. (Vgl. L. G. BI. Nr. 9, Jahrg. 1912.) 
Über eine neue Strafprozeßordnung sind derzeit die 
Beratungen im Gange. 
c) Die Domänenverwaltung 
im Vaduz ist die Verwaltungsbehörde für die fürst- 
lichen Privateinkünfte in Liechtenstein. 
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