Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

Seitenthälern hervorbrechen und die bei ihrer Au8mündung durch An- 
häufung großer Schuttkegel sehr viele Stauungen des Flusses verur- 
sachen. 
Die Chronik von Misoceo zählt viele Ueberschwemmungen auf, von 
welchen al3 d.2 b»deutendsten genannt werden die aus den Jahren 1799, 
1829 1“ '4, 1348. Die Beschädigung der Moesa im Jahr 1868 er- 
scheint als unbedeutend im Vergleiche mit den frühern, wo das Thal 
außerordentlich gelitten hat, und im Vergleiche mit den Verheerungen, 
welche der Rhein, die Rhone, der Tessin und andere Flüsse in diesem 
Jahre verursacht haben. 
In der zweiten Hälfte des Monats September wurden starke Re- 
gengüsie mit nur kurzer Unterbrechung beobachtet, welche sich in der Nacht 
vom 27. zu wahren Wolkenbrüchen steigerten. Nach Mitternacht ertönten 
in einigen Ortschaften die Sturmgloeken, die Bewohner wurden aus 
dem Schlafe geschre>t und flüchteten aus vielen Wohnungen. Sämmt- 
liche Beschädigungen an Land, Wuhren und Straßen im Thale datiren 
aus dieser Nacht, glüklicherweit? erwies sich der Schaden am Morgen 
fleiner, als die bestandene Furcht vermuthen ließ, Am Morgen des 28. 
nahm das Wasser ab, der Regen dauerte aber an den folgenden Tagen 
mit wenig Unterbrechung fort und am 4. Oktober wuchsen die Moesa 
und ihre Nebenflüsse wieder nahezu auf t > Höhe vom 27. September. 
Mit dem 4. Oktober war die Gefahr vorüber und das Wasser sank von 
nun an rasch und stetig. 
Veber den Eintritt, die Dauer, den Verlauf d»8 Regens, sowie 
über die großen und gyfährlichen Regengüsz am <.. Deptember und 
4. Oktober stimmen |T + Beobachtungen der Bewohner de8 Nheinwaldes 
und de8 Calanca-Thales mit denjenigen von Misoceo überein ; es läßt 
sich aber aus der Lergleichung der Verheerungen diesseits und jenseits 
der Berge schließen, daß die Gewitter, welche am Nheinwaldhorn ihr 
Centrum gehabt haben mögen, in ihrer östlichen Verzweigung mit gemin- 
derter Heftigkeit aufgetreten sind. Einige wollen den Grund der Min- 
derbeschädigung der Moesa in der Bewaldung finden, welche in den 
lezten 2 Dezennien im Thale von Misocco Fortschritte gemacht hat. 
In Misocco urd Calanca wurde in den Gewittertagen vom September 
und Oktober kein Hagel beobachtet. 
1. Gemeinde Misocco. 1204 Seelen , Gemeindegut 
Fr. 175,000. Die Moesa trat in der Nacht vom 27./27. September 
über ihre Ufer, beschädigte die Bernhardinerstraße und die Brücke bei 
St. Bernhardino, bede>te die Straße dieses kleinen Ortes mit Geschiebe 
und zerstörte“ einige Anlagen der Kurhäuser. 
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