Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

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Allerdings hat das Stauwasser von Monstein her bis auf eine 
seltene Nähe an das Dorf Besuch gemacht, fich aber bald zurückgezogen. 
Der Schaden am Boden ist unerheblich, dagegen sind auf den Genossen- 
gütern eine bedeutende Menge von Feldfrüchten zu Grunde gegangen. 
Die dießfällige Schäzung beträgt Fr. 14,089. 
Auch 6 Gebäude, die Hafnereigeschäfte gegen Heerbrugg zu, haben 
mehr oder weniger gelitten. Der dießfällige Schaden wurde von uns 
auf Fr. 1668 festgeseßt. 
Die Gesammtschadensumme steht auf Fr. 13,517. 
19. Diepoldsau. 
Die politische Gemeinde Diepold8au besteht aus den Orts8ge- 
meinden : Widnau , Schmitter und Diepold8au. Die ganze , aus8ge- 
dehnte , große Gemeinde liegt in der großen Biegung des Rheines, 
welche bei Durchführung der Korrektion größtentheils abgeschnitten würde. 
Die tiefste Lage hat Widnau und hier hat namentlich das Dorf selbst, 
die Häuser und die nächste Umgebung sehr stark gelitten. Die Haupt- 
strömung des ausgetretenen Wasser8 ergoß sich mitten durch das wol 
20 Minuten lange Dorf. 
Widnau hat nahezu die größte Niederung inne und daxum stand 
auch das Wasser hier lange. Nach Angabe der Behörden circa vier- 
zehn Tage. 
Beinahe alle Häuser dieses großen Dorfes standen die lange Zeit 
über im Wasser ; 1' 3 Wohnungen sind als geschädigt taxirt worden 
mit circa Fr. 55,000 Schadenbetrag. 
In der schon höher, doch näher am Rheine gelegenen Ort8gemeinde 
Schmitter hat die Fluthhsö"e nur eine kleine Zahl =-9-- Häuser und 
auch diese nicht stark beschädigt. 
Diepold38au hat gar keinen Schaden erlitten. 
In Widnau verdient die Lokalität „Bünteli“ hier hervorgehoben 
zu werden. 
T?e niedrigst gelegene Partie , hat dieselbe natürlich bei jedem 
Anschwellen des Rheines das Wasser. Tie Hütten =- nicht Häuser = 
sind armselig und beinahe ohne Au8nahme fast werthlos. Einige drohen 
den Einsturz. Die Inhaber sind arme Leute, sie sind mit ihren Ver- 
hältnissen , wie es scheint , zufrieden , aber wol nur deßhalb , weil sie 
nicht wissen und nicht gelernt haben , wie ordentliche , wenn auch arme 
Leute, überall leben. 
Bei der Lokalbesichtigung betreffend die Bodentaxation fanden wir 
hier wesentliche Unrichtigkeiten. Allerdings ist die Gesammtsumme
	        

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