Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

Hiefür glaubt die Kommission, das mehr und schrelicher al8 an- 
dere heimgesuchte Thal den hohen Behörden empfehlen zu sollen. 
Valle Leventina. 
Jeder , der den Gotthardt passirt hat , kennt das Livinerthal und 
seine steilen el8wände, welche an manchen Stellen das Thal monate- 
lang jedem Sonnenstrahl verschließen und viele Bewohner veranlassen, 
im Winter die sonnigern Alpen aufzusuchen ; dann wieder sich öffnen 
und bevölkerten Ortschaften mit Wiejen und Weingärten Raum geben. 
Als Nachbar des Blenio theilte es dessen Schisal bei den letzten 
Ereignissen, obwohl die Natur auch bier für einige Abwechslung gesorgt 
hat. Während dort dem Brenno die Hauptrolle zufam , sind es hier 
die Wildbäche, welche am meisten zerstörten. 
Persone'». Chiagiogna, Faido haben von denselben ge- 
litten, hauptsäch!.< aber Bodio und Giornico, wo sie ihren Lauf 
mitten durch die Dörfer nahmen , viele Häuser , Ställe und andere 
Gebäude zerstörten , Straßen , Gärten , Felder einige Meter hoch mit 
Geschiebe überführten und die Weinberge in ein Chaos von Steinen 
verwandelt haben. Viele Häuser wurden so eingefüllt , daß das Erd- 
geschoß zum Souterrain, der erste Sto> zum Ergeschoß geworden ist, 
1 Bodio verloren 21 Menschen , theils, weil sie nicht flüchten 
konnten, theils bei der Abwehr des Wassers, das Leben ; andere konn- 
ten mit fnapper Noth gerettet werden. 
Auck der Tessin hat sich keine8wegs ruhig verhalten, obwohl glück- 
licherweiye seine eigentlichen Hochwasser erst später eintraten. -- Das 
ganze Thäl herunter sind die Ufer zerstört, Brücken und Straßen weg- 
gerissen oder beschädigt ; in Poleggio und Bia8ca auch viele Wiesen 
und Weingärten vernichtet oder mit Geschiebe überführt und unter Wasser 
geseßt worden. Poleggio hat außerdem vom Brenno stark gelitten und 
war von beiden Seiten hart bedrängt. 
Im Ganzen concentriren sich die großen Verheerungen im Liviner- 
thal auf den untern Theil von Giornico bis BiaS8ca, während nördlich 
zwar sehr zahlreiche, aber meist kleinere Beschädigungen vorkommen. 
ZT .2 Wirkung der Verheerung auf die allgemeine Lage des Thales 
ist dab** jedenfalls viel weniger intensiv als im Val Blenio, und bei 
ihrer Beurtheilung ist der Einfluß der Weltverkehrsstraße über den Gott- 
hardt mit in Rechnung zu bringen. Immerhin sind die Gemeinden im 
untern Theil ungefähr in derselben Lage wie ihre Nachbarn im Blenio. 
Giornico, Bodio, Personcio bedürfen sämmtlich Schutzbauten gegen die
	        

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