Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

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liegende Gelände sich bewegt. hat. Die längs dem Rheine , zwischen 
Montlingen und Monstein erstellten -Dämme haben keinen bemerfens- 
werthen Schaden erlitten. Man sieht, daß das Bett bis an die Krone 
der Dämme gefüllt war , allein die Werke sind bis auf einge kleine 
Au3nahmen unbeschädigt geblieben. 
Nach dem Obengesagten ergeben sich also 3 oder, wenn man die 
Breschen bei Ragaßz (Wuhrsteine Nro. 5 und 7) besonders unterscheiden 
will , 4 große Dammbrüche , welche allein die Ueberschwemmung einer 
bewohnten und fultivirten Landstreeke von nahezu 15--20,000 Jucharten 
(6--7000 Hectaren) Flächeninhalt und gegen 750 Häusern verursacht 
haben. 
Abgesehen davon, daß mehrere Personen bei dieser Katastrophe das 
Leben verloren haben , ist hervorzuheben , daß 35 Ort8gemeinden von 
derselben heimgesucht worden sind und daß der dadurch für die 
ganze Gegend erwachsene Schaden zu einer Summe ansteigt, welche die 
großmüthigsten Unterstüßungen nicht zu erreichen vermögen. 
I< übergehe hier die wenigen , bei der Ueberschwemmung vor- 
gefommenen kleinen, lofalen Breschen, weil dieselben keinen erwähnens- 
werthen Einfluß gehabt haben und daher untergeordneter Natur sind. 
E3 ist übrigens zu bemerken , daß die angeführten Hauptdamm- 
brüche, und selbst die weniger wichtigen Breschen hauptsächlich an solchen 
Stellen der alten Ufer entstanden sind, die durch die neuen Korrektion8- 
bauten noch nicht geschüßt waren. 
Seit Erlaß des Bundesbeschlusses von 1862, also seit 6 Jahren, 
ist an dem Unternehmen. der Rheinkorreftion thätig gearbeitet worden. 
In der von mir unterm 24. August 1868 aufgestellten Uebersicht 
ver Rheinkorrektionsarbeiten habe ich bereits schon constatirt, daß im 
Ganzen 22*/2 Kilometer Längendämme erstellt worden sind, ohne die 
übrigen an dieselben anschließenden Arbeiten. 
Von diesen 22/2 Kilometern Dämme sind im Ganzen nur etwa 
5--600 Meter zerstört worden, und auch diese Zerstörung ist nicht eine 
vollständige, indem das Material, obwohl durcheinander geworfen, doch 
auf dem Plate geblieben ist und noch jeht als rohe Gindämmung 
gegen das Wasser dient.. Die größte Lücke in den neuen Dämmen be- 
findet sich bei Sargans bei Wuhrstein Rro. 16 und auf dem rechten 
Ufer bei Fläsch. 
3 ist allerdings zu bedauern , daß diese Arbeiten nicht früher 
unternommen worden sind und daß man nicht, anstatt die Bauzeit auf 
12 Jahre hinaus zu erstreen, die nöthigen administrativen und finan- 
ziellen Maßregeln getroffen hat, um das ganze Unternehmen in 6 Jah- 
ren vollenden zu können. Vielleicht hätte dadurch das jetzige Unglüc 
verhindert oder vermindert werden können. Allein die Bundesbehörden 
DM
	        

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