Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

145 
Troß der Größe der Saltine und Gamsen haben die schwachen 
Wuhren von Eyholz und Vispach gehalten. 
Die außerordentliche Anschwellung der Saltine rührt. daher , daß 
schon am Sonntag von 4 kr an wolkenbruchartige Regen fielen, welche 
namentlich in der Gegend des Monte Leone die ganze Nacht andauerten 
und eine solche Wassermenge produzirten , daß der Kaltwasserbach eine 
Masse Steine von 10 bis 14 Kubikmetern herunterwälzte, durch welche 
die Gallerie am Fuße des Gletschers zertrümmert wurde. Auch der 
Ganterbach war so groß , daß er an der Brücke gleichen Namens die 
Flügelmauern zerstörte und weiter unten Sporren beschädigte. Ohne 
die Thalsperre unmittelbar unterhalb der Brücke wäre diese ebenfalls 
gefährdet gewesen. 
Die neuen Wuhren an der Saltine sind ohne Beschädigung ge- 
blieben ; das Bett des Wildbaches aber wurde mit Geschiebe vollgefüllt, 
so daß die Vorgrundmauern unterhalb der Brücke nicht mehr gesehen 
werden konnten. 
Dor Kanal, der durch den Schuttkegel , den die Saltine im Jahr 
1866 o-<hildet hatte, getrieben worden war, wurde durch das Hochwasser 
beinahe gänzlich zugefüllt ; man hatte denselben letztes Frühjahr viel zu 
spät angefangen und nicht tief genug gegraben , so daß ihn die Rhone 
nicht weiter ausbilden konnte. 
Die beiden Thalsperren in der Schlucht der Saltine haben gut 
gehalten und sind von erwünschtem Erfolg gewesen. Leider hatte man 
die weiter oben gelegene lehtes Frühjahr nicht , wie ich gewünscht , er- 
höhen können, sonst würde der Effekt noch größer gewesen sein. 
Auf dem linken Ufer, wo die Saltine auf die normale Breite ein- 
gedämmt *"t, sind die Wuhren von vorzügli“ zr Wirkung gewesen, indem 
der Wildbach mer seine ganze Tiefe behielt ; nur wurden dem Unter- 
nehmer, dor *:e Arbeiten zu spät begonnen hatte, die zum Voraus aus- 
gegraben“ “undationen wieder zugefüllt. Das gröbere Material, wel- 
<es der Wildbach weiter unten liegen ließ, kommt nicht aus der Schlucht, 
sondern von der -79' langen Strecke oberhalb der neuen Arbeiten, wo 
man es 1 späterer Berwendung aufgehäuft hatte. “as Über die Thal- 
sperren 9. iommene Geschiebe bestand nur aus grobzm Kies. An zwei 
Stellen unterhalb der Brücke trat die Saltine Über die linksseitigen 
alten Wuhren- und versandete einige Wiesen und Felder ; auch wurde 
die unterhalb der neuen über den Wildbach führende provisorische Balken- 
brüe fortgerissen. 
Die Gamsen spülte wie 1866 auf ihrer Rüfe die Straße weg. ES 
existiren hier jedoch weder alte noch neue Arbeiten.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.