Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

Die Entwerthung ist eine sehr verschiedene ; der Schaden kann 
sich auf einige Abräumungskosten beschränken , kann aber auch bis zum 
vollen Werth des frühern Grundstücks ansteigen : 
a. Wo eine Abräumung der Schuttmassen unmöglich ist, und wo 
diese Massen aus Fel3blö>en oder unfruchtbarem Gerölle bestehen, 
ist, wie bei zerstörtem Land, der ganze frühere Werth als E<a- 
den in Rechnung zu bringen. 
Wo dagegen die aufgeführten Schutt- und Erdmassen von solcher 
Beschaffenheit sind , daß dieselben durch einigen Aufwand an 
Arbeit und Dünger kulturfähig gemacht werden können , so ist 
diesem Umstand bei der Schäzung de8 Schadens angemessene 
Rechnung zu tragen. Je größer diese Urbavisirungskosten 
sind, um so größer ist auch die entstandene Entwerthung und 
umgekehrt. 
In Fällen , wo die Abräumung der aufgeführten Schutt- und 
Sclammmassen thunlich ist, werden die Kosten dor Abräu=- 
mung annähernd die Entwerthung repräsentiren und als Schaden 
in Rechnung zu bringen sein. 
Eine Berechnung und Veranschlagung der nöthigen Tagwerke 
möchte in solchen Fällen den sichersten Maßstab bilden. 
16. Als „geschädigt“ ist solches Kulturland zu bezeichnen, 
dessen Obergrund weder fortgerissen, noc< mit Schutt oder Schlamm 
überschüttet, sondern nur unter Wasser gesezt wurde. 
Ie nach der Beschaffenheit und Menge der im Trübwasjer ent- 
haltenen Bestandtheile , welche sich später zu Boden geseßt haben , ist 
der Schaden größer oder kleiner oder gleih Null, immerhin ist derselbe 
nur von vorübergehender Natur. 
17. Neben dem Schaden an dem Grund und Boden selbst 
kommt in Betracht der Schaden an den Pflanzungen. 
Dieser ist doppelter Art. Er betrifft 
2. Den Verlust an Obstbäumen, Waldbäumen und Reben. 
Den mehr oder minder vollständigen Verlust der auf den be- 
schädigten Grundstüfen vorhanden gewesenen Feldfrüchte und 
Saaten. 
18. Der Schaden der ersten Kategorie, bei dessen Schäkung der 
lokale Werth des allfällig noG vorhandenen Holzes in Abzug zu brin- 
gen ist, wird unter den Rubriken „Bäume“ und „Reben“, und der 
Schaden der zweiten Kategorie, der nach dem lokalen Werthe der ver- 
lorenen Feldfrüchte zu bemessen ist, unter der Rubrik „Früchte“ ver=- 
zeichnet.
	        

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