Volltext: Die Berichte der Expertencommissionen über die Ursachen und den Betrag des durch die Überschwemmungen im Jahr 1868 in den Cantonen Uri, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Wallis angerichteten Schadens

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no< der Mühe lohne, Verbauungen zum Schuße dieses unglücklichen 
Ortes anzubringen? 
Wenn wir gleichwohl eine durchgreifende Korrektion und Verbauung 
des obern Theile8 der Rorana dringend empfehlen, so geschieht dieß 
hauptsächlich deßhalb, um die tiefer liegenden Ortschaften, namentlich 
Cerio, vor den schrelichen Folgen einer voraussichtlichen Katastrophe 
zu schüßzen. 
Das Maggiathal und seine Seitenthäler hat 22 betroffene Ge- 
meinden mit 909 beschädigten Privaten und einem Totalschaden von 
Fr. 426,347. 
V. Das Onsernone-Thal erstreckt sich von Locarno aus ca. 
5 Stunden gegen Nordwesten und sendet seinen Hauptstrom, nachdem 
er mehrere Wildbäche aufgenommen hat, in die Melezza, welche sich ca. 
?/» Stunde oberhalb Locarno in die Maggia ergießt. Eine Straße 
11. Klasse führt von leßterm Hauptort bis Comologno und von Russo 
in das Seitenthal Vergeletto. Die namhaftesten Beschädigungen bestehen 
in Abrutschungen von Wiesen und Weiden, Zerstörung und Ueberrüf- 
nung von Gärten und Rebgelände , bei welch letzterem viel Schaden 
an den Stüßmauern erfolgte. Die meisten Dörfer liegen etwas erhöht 
über der Flußsohle auf anmuthigen Terrassen, deren Borde jekt viel- 
fach beinahe senkrecht abgerissen sind und selbst ohne besondere Natur- 
ereignisse nachstürzen müssen, wenn nicht sofort Vorkehren getroffen wer- 
den. Aehnliche Verhältnisse haben wir auch in den andern Thälern 
gefunden, so namentlich in Brione im Verza8ca-Thal und oberhalb Lo- 
carno. Wir möchten hier den Bewohnern rathen, diese steilen Wände 
ohne Zögern in flache Borden umzuwandeln, =- eine Arbeit, die sich 
gewiß lohnen würde. 
(Eine dem Berichte beigegebene Zeichnung verdeutlicht diesen Vor- 
schlag.) 
Die gute Erde wäre möglichst tief abzuheben und vorläufig zurück- 
zuwerfen, nachher sind die Börder mit wenigstens zweifüßiger Steigung 
abzuböschen, der Fuß derselben mit einem aus den gröbsten Blöcken 
zusammengetragenen Steinwurf zu sichern und sodann die gute Erde 
über den obern Theil der neuen Veberböschung zu werfen. Selbstver- 
ständlich hätte die eigentliche Flußkorrektion nachzufolgen. 
Im Onsernone-Thal zählten wir 11 betroffene Gemeinden mit 
333 beschädigten Privaten und einem Totalverlust von Fr. 57,977. 
Vl. Das Centovalli- ist jüdlich vom Onsernone-Thal gelegen ; 
sein Hauptstrom, die Maggia, vereinigt sich unterhalb des Dorfes Jn- 
tragna mit dem Onsernonefluß und flicßt dann, wie schon bemerkt, in 
die Maggia. Oberhalb Jutragna ist die Melezza tief in den Felsen 
eingebettet und e8 haben daher auch hier die bösen Wildbäche den mei- 
ten Schaden verursacht. Eine große Abrutschung zwischen Corcapols 
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