Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Seine Nachfolger bis auf Bischof Tello. 
Die von den Alemannen besjetßten Gegenden Rätiens 
scheinen bald abgetrennt und zu Alemannien gezogen worden zu jein, 
dessen Herzogen sie nun unterstanden. Diese Verschiebung der poli- 
tischen Grenzen hatte, wie wir sehen werden, auch eine solche der 
kirchlichen im Gefolge. 
Als die Franken Herren von Rätien wurden saß der 
8. hl. Valentianus oder Valentinianus 
auf dem bischöflichen Stuhle von Chur. Seine Herkunft ist unbe- 
fannt, doch scheint er einer reichen und vornehmen Familie angehört 
zu haben. Seine großartige 
Mildtätigkeit, die er nach 
dem Zeugnisse des Grabdenk- 
mals entfaltete, und die sehr 
bedeutenden Opfer, welche er 
inSbesondere auch für das 
Priesterhaus St. Luzius 
brachte, lassen darauf schließen, 
daß ihm außer den Einkünften 
jeiner Kirche noch andere 
Mittel zur Verfügung stan- 
den. Vielleicht entstammte 
er mit seinem Neffen Paulin 
der fürstlichen Familie der 
Viktoriden.*) Wie seine Vor- 
gänger, jv hatte auch Valen- 
tinian die schwere Aufgabe, in 
Fragment vom Grabstein des hl. Valentinian. stürmischen und verworrenen 
Zeiten des Bischofsamtes zu walten. Er sah seinen Sprengel von 
blutigen Kriegen, von Hunger5not und manigfachem Elende heim- 
gesucht. Der Bau des weströmischen Reiches war eingestürzt, auf 
seinen Trümmern siedelten sich die Deutschen an, schrecklich war die 
Verwirrung, unbeschreiblich die Leiden, bis eine neue feste Ordnung 
sich gestaltete. Viele glaubten damals, daß das Ende der Tage un- 
fehlbar vor der Türe stehe. Nur eines stand fest, während alles 
wankte und zusammenbrach, es war der Bau und die hl. Ordnung 
der <riftlichen Kirche. Sie zähmte die wilden Deutschen und schuf 
die Welt neu. Sie war es auch, welche den Rätiern die von den 
Römern empfangene Kultur bewahrte. 
3 Planta. 1: c. 272. 
533
	        

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