Volltext: Geschichte des Bistums Chur

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Vom hl. Asimo bis zum hl. Valentinian. 
Als nächster Nachfolger und Schüler wird 
3. Pruritius 
genannt. Über das Leben und Wirken dieses letztern ist nichts auf 
uns gefommen und ebenso wenig über die folgenden Bischöfe: 
4. Claudian. 
5. Urfizin |. 
9. Sydonius. 
7. Eddo oder Addo. 
Zur Zeit dieser Bischöfe erstreckte. sich der Sprengel der Divzese 
Chur noch immer über das ganze Gebiet der früheren Reetia prima, 
reichte also bis zum Bodensee und ins jehige Thurgau, sowie weit 
ins Tirol hinein. Auch Glarus, weil in Rätien gelegen, wurde noch 
zum Bistume Chur gerechnet.“) 
Chur gehörte zu dieser Zeit zur Kirchenprovinz Mailand. 
Darauf weist schon die Verwaltung der rätischen Kirchen durch den 
hl. Ambrosius und die Vertretung des hl. Asimo auf der Synode 
von 452 hin, und die später konstatierte Zugehörigkeit zu Mailand 
macht dies zur Gewißheit. Mailand wurde im 4. Jahrhundert 
Metropole, die erste in Italien außer Rom.*) 
Durch die Einwanderung der heidnischen Alemannen wurde in 
einem bedeutenden Teile der Diözese das Christentum wieder 
zurüfgedrängt. Doch bewahrten die unter ihnen siken gebliebenen 
Romanen ihren <ristlichen Glauben, dessen AuSübung denselben 
allerdings schwierig genug gewesen sein mag. Die meisten Kultur- 
stätten der Christen gingen in den alemannischen Gegenden zu Grunde 
oder wurden, wie die St. Aureliafirche in Bregenz, in heidnische 
Tempel verwandelt. In dem von den Einwanderern unbe- 
rührt gebliebenen Teile des Bistums gewann das Christentum immer 
mehr an Boden, wenn auch manche Heiden noch übrig blieben und 
daher eine Missionstätigkeit weiterhin notwendig war. In beiden 
Rätien wirkte zu dieser Zeit der hl. Valentin. Er war vom Ozean 
[vielleicht von Batavien, dem jezigen Holland] hergekommen und trat 
um das Jahr 435 zuerst in Passau als Missionär auf, hatte aber 
wenig Erfolg und begab sich daher nach Rom zu Papst Leo 1. [440 
bis 461] um von ihm die kirchliche Sendung zu erlangen. Nachdem 
er diese erhalten, machte er in Passau einen neuen Versuch, aber 
auch jekt blieb seine Wirksamkeit fruchtlos. Darum reiste er wieder 
nach Rom und bat den Papst um Anweisung eines anderen Arbeits- 
1) Lütolf, 1. c. S. 287 und 288. 
2) Hergenröther-Kirsch, Kirchengesch. 1, S. 443.
	        

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