Volltext: Geschichte des Bistums Chur

508 Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich V1. v. Höwen. 
Der Bischof war auf Betreiben der Zürcher und gemäß dem Beschlusse 
des lehten BundeStages „wieder zu seinem Stift gekommen und 
heimisch worden“. Auf dem nun ausgeschriebenen Bundeztage soll- 
ten die noch bestehenden Anstände geregelt „Zwietracht und Wider- 
willen abgetan werden“. !) 
Am 7. März teilt der Bischof den GotteShausleuten mit, daß 
er an diesem Tage mit Freiherrn Ulrich v. Sax und Ritter Heinrich 
Göldli nach Zürich geritten sei, um dort auf dem Tage der Eidge- 
nossen in Anliegen und Sachen des Stiftes und GotteShauses und 
zum Nuten des Landes sich zu verwenden. Von Zürich werde er 
baldigst zurückkehren, um auf dem nächsten Bundestage gegenwärtig 
zu sein. *) 
Auf diesem kam keine Vereinbarung zustande, troßdem Boten 
der Eidgenossen erschienen waren und zu vermitteln gesucht hatten. 
Darum berust der Bischof am 21. März einen neuen Gotte3haustag 
auf den 6. April. 
Der Rat von Zürich nahm sich des Bischofs in besonderer 
Weise an. In einem Schreiben vom 24. März an Luzern, beklagt 
er es, daß Bischof Heinrich von den Bünden keine genügende Zu- 
sicherung erhalten habe. Die Verzögerung gereiche zum Verderben 
des Oochstiftes und widerspreche dem FriedenSvertrage. Luzern möge 
auch für den nächsten Bundestag seine Boten absenden, welche sv- 
dann mit denen von Zürich in Chur verhandeln werden. *) 
Auch der Bundestag vom 6. April blieb ohne Resultat. Die 
„Regenten“ amteten fort und erließen selbständige Schreiben. *) Sie 
berufen von sich aus auf den 11. Mai und sodann wieder auf den 
29. Mai einen BundeStag. *?) Auf lekterem sollte wieder die Sache 
des Bischof3 verhandelt werden. Der Gotte3haus3bund hatte eine 
Botschaft nach Zürich geschickt, welche vom Rate daselbst folgende 
Antwort erhielt: Zürich verlange, daß der Bischof wieder eingesetzt 
und die „Regenten“ entlassen werden. Dagegen möge das Gotte3- 
haus dem Bischofe ein, zwei oder drei Räte beigeben, mit deren 
Wissen, Willen und Rat er in weltlichen Dingen handeln möge. Der 
GotteShau8bund möge unverzüglich eine bestimmte Antwort geben.) 
1 6 S 131. 
nT1T.cS. 13. 
2) St. A. Luz. B. Ch. Zeklin, Materialien, 1, 293. 
t) Kanzlei-Akten, S. 133, 134, 135. 
1. c. S. 135, 139. 
5) 1.c 8S. 139.
	        

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