Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich YI. v. Höwen. 455 
daß solcher Verkehr, wo nicht die Not ihn erfordert, verboten werde. *) 
Papst Nikolaus YV. erkärte die Wahl des Leonhard Wyßmayer 
zum Bischofe als ungültig, bestätigte den Bischof Heinrich neuerdings 
als Administrator und belegte die Diözese Chur mit dem Interdikte. 
Dessenungeachtet blieb Wyßmayer im Besitze des bischöflichen Schlosjes 
und nahm beständig weltliche Regierung3akte vor. Kaiser Fried- 
rich II. beschüßte ihn und verlieh ihm am 4. Juni 1455 die Reich3- 
regalien. *) 
In Tirol und Vorarlberg konnte Administrator Heinrich desjen- 
ungeachtet noch bischöfliche Akte vornehmen. So bewilligte er am 
9. Januar 1454 dem Abte von Stams, für zwei Jahre einen Kon- 
ventualen al8 Pfarrvikar auf Tirol zu bestellen, am 14. Oktober 
gl. I. bestätigte er die Errichtung der Pfarrei Laterns *?) und am 
16. Oktober 1455 weihte er die Pfarrkirche St. Dypolitus und Er- 
hard zu Algund. *) 
Auch einzelne weltliche Regierungsakte nahm Bischof Heinrich 
noch vor. So übergab er am /. August 1455 das Schloß Flums 
für 10 Jahre dem Rate von Zürich, welcher den Ulrich Grünenberg 
zum Vogte einsette. *) 
Als alle kirchlichen Zensuren nichts halfen und die Verwirrung 
in der Diözese immer größer wurde, jah sich Papst Kalixt I]. ver- 
anlaßt, anfangs Mai 1456 den Bischof Heinrich der Administration 
des Bistums Chur zu entheben. 
Heinrich stand noch bis 1462 der Diözese Konstanz vor, in 
welchem Jahre er starb. *) 
790. Anton de Tosabenis. 
Papst Kalizt Ul. ernannte nun von sich aus durch Bulle vom 
10. Mai 1456 ?) den Anton de Tosabenis zum Bischofe von Chur. 
Dieser war Doktor des kanonischen Rechtes, Archidiakon und Kano- 
nifu3 von Trient, sowie Auditor an der päpstlichen Kuria. 
1) St. A. Luzern. 
2) Feh, S. 143. 
3) Vorarlb. Museumsber. 1897, S. 115. 
+) Ladurner 1, S. 703. 
+) Staat8ar<. Zürich. A. 248. 
3) Merk, Chronik de3 Bistums Konstanz. S. 289. 
7) Siehe meine „Vaticano -Curiensia“ No. 32. Zugleich wurden die 
über Leonhard und seine Anhänger verhängten Zensuren neuerdings be- 
stätigt. Quellen XX], S. 590 ff.
	        

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