Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich VI. v. Höwen. 437 
Im Sommer des Jahres 1431 kam es zum Kriege. Herzog 
Friedrich sandte seinen Hauptmann an der Etsch, Ulrich v. Matsch, 
ins Vintschgau, um Fürstenburg zu besezen. Auch Bischof Johann 
mit den Seinigen zvg im September dahin, um sich gegen diesen 
Gewaltstreich zu wehren. *) Bei Fürstenburg kam es zu blutigem 
Dandgemenge. Beiderseits wurden viele erschlagen, andere gefangen 
genommen. Unter Letzteren befand sich Parzival Planta, der Sohn 
Konrads, „allem Anscheine nach die Seele der Umtriebe gegen Oester- 
reich und das Haupt der Bündner auf Tiroler Boden.“ 2) 
Nun kam König SigiSmund auf seinem Rümerzuge nach 
Feldkirh und Chur. An ersterem Orte erschienen vor ihm der Bi- 
j<hof Johann und Abgesandte des Herzogs. Der König befahl bei- 
den Parteien bis zu seiner Rückfehr aus Jtalien Frieden zu halten. 
Die Belagerung Fürstenburgs soll aufgehoben, die Gefangenen gegen- 
jeitig ausgeliefert und das Geraubte zurückgestellt werden. Diese 
Vermittlung fand am 5. Oktober 1431 statt. *) 
Die Parteien fügten sich einstweilen, *) allein im Jahre 1434 
drohte die Fehde aufs neue auszubrechen. Da gebot König Sigi3- 
mund am 14. September gl. I., bis nächsten St. Georgstag Waffen- 
stillstand zu halten und die Anstände durch ihn entscheiden zu lassen. 
Nichteinhaltung dieses Befehl3 soll als LandfriedenSbruch gelten. ?) 
Erst 1436 kam ein definitiver Friede durch kaiserliche Vermittlung 
zu stande und Parzial Planta wurde freigegeben. 
Die Beziehungen de38 Bischofs Johann zu den Eidgenossen 
scheinen gute gewesen zu sein. Am 20. Juni 1419 geht er mit 
Zürich ein Burgrecht ein. Der Bischof, dessen Kapitel, GotteShaus 
und Stadt Chur mit all den Ihrigen werden von Zürich ins Burg- 
recht aufgenommen. Beide den Vertrag schließenden Teile schwören 
des andern Nuten zu fördern und Schaden zu wenden. Der Bischof 
händigt Zürich die Feste Flums ein, doch soll sie sein offene3 Haus 
bleiben. *) Ferner zahlt der Bischof der Stadt Zürich jährlich 32 fl. 
*) „In die Sancte Crucis (14. Septbr.) zvg Bischof Johann gegen Her- 
30g Friedrich in8 Etschland.“ Ch. T. A. B. f. 142b. 
?) Jäger, Verhältnis usw. 
IB. 9. 
*) Doch weigerte sich Herzog Friedrich, den Parzival Planta heraus8- 
zugeben, indem er vorgab, derselbe sei schon vor dem Kriege sein Gefange- 
ner gewesen. 
*) Ladurner, 1, S. 683. 
*) Am 15. Januar 1434 verpfändet der Rat von Zürich die Feste und 
Herrschaft Flums für 1600 fl. rh. an Johann Thum. St. A. Zürich.
	        

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