Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich VI. v. Höwen. 421 
ujw. Den Juden in Zürich verpfändete er 1409 die Festen des 
GotteShauses, um die Juden zu bezahlen verseßte er sodann 1411 
die Feste SteinSberg mit 200 Mut Korn und 200 Schettkäse jähr- 
lichen Zinses für 450 fl. Er verfaufte dem Domkapitel die Alp Val 
St. Laurenz für 137 Mark (137 Mark), dem Kloster Cazis 16 Schil- 
linge Zins (1394), dem Berchtold Keller einen Weingarten zu Chur 
für 140 Mark (1402) usw. 
Bischof Dartmann erließ am 6. Dezember 1399 eine Verord- 
nung betreffend die Straße über den Septimer und die Be- 
nußung derselben durch die Kaufleute für die Spedition ihrer Güter. *) 
Ferner verordnete er am 13. Juni 1408, daß alle Bäcker in der 
Stadt Chur ihr Brot vom Ammann beschauen lassen und hernach 
dasjelbe in der Brotlaube und nicht ander3wo verfaufen sollen. ?) 
Für die Herrschaft Remüs erließ er Strafsazungen (1408). 2) Da 
zu Reichenau bei Ems eine den Rechten des Bischofs präjudizierliche 
Zollbrücke gebaut worden war, ließ sie der Bischof im Jahre 1401 
verbrennen. *) 
Um das Verwaltungswesen zu regeln ließ Bischof Hartmann 
das „Buch der Aemter“ und Urbarien der bischöflichen Güter 
und Gefälle anfertigen. *) 
Die geistliche Verwaltung des Bistums8 hatte Bischof 
Hartmann vorzüglich seinen Weihbischöfen und Generalvikfaren an- 
vertraut. Ihn selbst nahmen ja die Fehden und Wirren der da- 
maligen Zeit nur allzu sehr in Anspruch. Daß er die bischöfliche 
Weihe empfangen, steht fest, obgleich ihn die alte Handschrift 
und das Nekrologium nur als erwählten und bestätigten Bischof 
bozeichnen. Er selbst nennt sich einfach Bischof von Chur. 3) 
Als Weihbischöfe erscheinen unter ihm: Theodoricus (Dietri- 
cus) Episcopus Signensis.(1397--1398), Berchtoldus Episcopus 
Sebastopolensis (1406), Vitalis Episcopus Ariensis Ord. Ere- 
mitarum S. Augustini (1407) und Conradus Episcopus Sigi- 
nensis (1411, 1412 u. 1415). Uebrigens war Bischof Hartmann 
für das geistige Wohl seiner Bistumsangehörigen nicht untätig. Er 
IB. A. 
?) Ladurner, 1, S. 604. 
8) [. c. S. 589. 
=. + I. C. Muoth, Aemterbücher des Bistum8 Chur. H. A. G. 1897, 
*) 8. B. bei Thommen I1, S. 463, 479 usw. Rapp, Generalvikariat 
Vorarlberg 1, S. 271. - Vergl.- auch sein Siegel.
	        

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