Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich Vl. v. Höwen. 415 
Am nämlichen Tage erneuert und bestätigt Bischof Hartmann 
dem Verzug Friedrich alle Bündnisse, welche er mit Herzog Albrecht 
geschlossen hatte. Er gelobt, die Festen Remüs und Greifenstein der 
Verrschaft von Tirol zu Diensten zu stellen und den Burggrafen von 
Fürstenburg anzuhalten, daß er schwöre. mit der Feste derselben Herr= 
schaft gewärtig zu sein. Dagegen soll die Verrschaft Tirol den Bi- 
schof ihres Schukes versichern. 9 
Der Schiedsspruch des Bischofs von Trient wurde längere Zeit 
hindurch nicht durchgeführt. DeShalb fand am 10. Mai 1408 aufs 
neue eine Vermittlung statt durch den Grafen Eberhard von Würt- 
temberg. *?) 
Herzog Friedrich und Bischof Hartmann einigen sich auf fol- 
gende Bunkte: 
1. In der Vereinbarung sollen beiderseits alle Genossen und 
Velfer inbegriffen sein. 
2. Der Herzog zahlt bis St. Georg nächsten Jahres in drei 
Raten die 3000 fl. in Geld oder in Salz aus der Saline Hall. 
3. Der Bischof gestattet dem Herzog eine Steuer von der Geist- 
lichfeit des BiStums in Tirol zu erheben mit AuSnahme der Kirchen, 
deren Verleihungsrecht dem Bischofe oder Kapitel zusteht. 
4. Die bisher beiderseits gegebenen Briefe sollen in Kraft 
bleiben. 
9. Der Herzog soll die Leute im Walgau anhalten, dem Bischofe 
wieder zu huldigen. 
Verzog Friedrich bezahlte die 3000 fl. in Salz und Bischof 
Hartmann stellt ihm darüber am 23. April 1409 in Chur eine Quit- 
tung aus. ?*) 
Der Friede mit Oesterreich dauerte nicht lange, bald ergaben 
sich neue Anstände in Bezug auf die Besizungen im Etschlande, wegen 
Verlezung der- bischöfl. Rechte im Engadin und unrichtig gesekßten 
Grenzmarken. Der Bischof trat nun in Verbindung mit den Grafen 
Friedrich von Toggenburg, sowie Rudolf und Hugo von Werdenberg- 
Rheine>, die zu dieser Zeit gegenüber den österreichischen Verzogen 
verschiedene Forderungen geltend machten. Herzog Friedrich beant- 
wortete die Klagen des Bischofs Hartmann damit, daß er diesen ge- 
fangen nehmen und auf die in seiner Gewalt befindliche Fürstenburg 
') Jäger, Reg. S. 357. 
?) Thommen, S. 479. 
8) Thommen, S. 488.
	        

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