Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich VI. v. Höwen. 393 
der immerhin ansehnlichen Macht des Bistums, bei seiner ausge- 
zeichneten Verwaltung, seiner Umsicht und Tatkraft den Herzogen 
die besten Dienste leisten und hat dies ohne Zweifel auch getan. 
Zur Zeit der Regierung des Bischofs Johann nahm die un- 
heilvolle Spaltung in der Kir<e ihren Anfang, welche sich bis 
in das folgende Jahrhundert fortsezte. Dem Papste Urban VI. (ge- 
wählt den 9. April 1378) wurde ein Pseudopapst, welcher sich Kle- 
mens VIL nannte, gegenübergestellt, was eine grenzenlose Ber- 
wirrung in der Christenheit verursachte. Auch in Chur machten sich 
in unerquicklicher Weise die Folgen des Schismas geltend. Bischof 
Johann hielt entschieden zum rechtmäßigen Papste Urban VI., das 
Domkapitel aber in seiner Mehrheit zu Klemens VI. *) Der 
Bischof suchte das Domkapitel zur Anerkennung Urbans VI. zu be- 
wegen und, da dies nicht gelang, so ergaben sich ernstliche Zwistig- 
feiten. E53 ist jedoch gänzlich unerwiesen, daß Bischof Johann, wie 
Liebenau behauptet, Kanoniker vertrieben oder Gewalt gegen sie 
angewendet habe. Das gänzlich abnornale Verhältnis mußte aber 
manigfache Schwierigkeiten und Anstände im Gefolge haben, beson- 
der3 bei Abhaltung des Gottesdienstes, Besezung erledigter Kanvonikate 
usw. Auch auswärts wirkte Bischof Johann für die Vereinigung 
mit Urban VI. So nahm er am 15. Juli 1385 dem Abt von 
Kempten den Eid ab, durch welchen dieser sich verpflichtete, Urban 
VI. getreu zu sein. *) 
In seiner Tätigkeit als geistlicher Oberhirte erscheint Bischof 
Johann vor allem als Förderer wohltätiger und kirchlicher Stist- 
ungen. 
Zur Ausübung der Werke der Barmherzigkeit beschlossen Rat 
und Bürger von Chur mit Einwilligung des Bischofs, Domkapitels 
und Bistumspfleger3, das Rathaus ihrer Stadt der hl. Dreifaltig- 
feit zu widmen und es als offenes Spital für arme Leute zu 
bestimmen. 
Bischof Johann genehmigte am 25. Juli 1386 diese Spital- 
jtiftung, verlieh den Wohltätern Ablässe und empfahl Sammlungen 
für dasselbe in der ganzen Diözese. Er selbst gab einen Beitrag. *) 
Am Fuße des Arlbergs befand sich eine Kap elle zu Ehren 
des hl. Johann Baptist. Da sie sehr arm war, sv empfiehlt Bischof 
1) Kat. Ch. T. A. Mohr, 1V, S. 279. Die von Mohr IV, S. 83 an- 
geführte Bulle gehört dem PBapste Klemens YI. an und fällt in das Jahr 
1346 nicht 1383. 
2) Liebenau, l. c. Reg. 377. 
3) Mohr, IV, S. 157ff. u. B. A.
	        

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