Volltext: Geschichte des Bistums Chur

390 Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich VI. v. Höwen. 
alle seine Leibeigenen Mann8- und Weibspersonen, jedoch mit der 
Bedingung, daß die ersteren und ihre Nachkommen dem Bischofe 
nicht ander3 als mit Schild und Speer dienen sollen. *) 
Mit Umsicht und Geschi> suchte Bischof Johann verschiedene 
Angelegenheiten des Dochstiftes zu ordnen und Anstände beizulegen. 
Mit Johann und Gaudenz Hofsteter ob der Burg zu Flums ver- 
glich er sich Dienstag vor Martini 1378 wegen dem Fischereirecht 
in der Seez. Erstere mußten auf ihre Ansprüche verzichten. ?) 
Wie wir gesehen, hatten sich nach dem Tode des lezten von 
Belmont Anstände zwischen der Schwester desselben, Adelheid und 
dem Bischofe Friedrich ergeben. Diese wurden nun unter Bischof 
Johann beigelegt. Die Abgeordneten beider Parteien schließen am 
Montag nach eingehendem Jahr 1379 zu Chur einen Vergleich. 
Gemäß demselben verzichtet Frau Adelheid von Belmont weiland 
Heinrichs von Montalt Hausfrau mit ihrer Tochter Elisabeth, Ge- 
mahlin des Kaspar von Sax, auf ihr Recht, Eigen und Lehen des 
Gutes, welches ihr Bruder Ulrich Walter von Belmont hinterlassen. 
Davon joll der beste Teil dem BiStum, der andere dem Grafen 
Johann von Werdenberg, der dritte endlich dem Ulrich Brun von 
Näzüns zufallen. Die Veste Wartau soll der Frau Adelheid ver- 
bleiben. *) 
Lehtere verzichtet mit ihrer Tochter am 2. März 1379 zu 
Chur weiterhin ausdrücklich auf ihre Rechte am Burgstall Ort bei 
Villa in Lungnez, auf den Hof Tschivilans, den Meierhof zu Fidaz 
und den Zehnten zu Vrin, da dieselben Lehen des Hochstiftes waren. 
Dagegen sichern die Abgeordneten des Bischofs den beiden Frauen 
den Genuß dieser Güter auf LebenS3zeit als Leibgeding zu. *) Darauf 
urkunden Heinrich von Mont und die Leute, welche zum Burgstall 
Ort gehören, am 8. Mai 1380, daß sie den Bischof und das Gottes- 
haus Chur als ihre rechtmäßige Herrschaft anerkennen wollen. *?) An- 
dreas Furella, ein Höriger des Bischofs, hatte einen „eigenen Mann“ 
des Grafen Johann von Werdenberg-Sargans erschlagen. Als Ersat 
übergibt nun der Bischof dem Grafen den Bruder des Todschläger3 
als Leibeigenen. *) 
!) Ladurner, 1, S. 545. 
?) Ladurner, 1, S. 534. 
8) Ladurner, 1, S. 536. 
4): Mor: 1. S. 13 u. 15. 
5) 1. 0€- S, 30. 
8) l. c. S. 32. Datum: 12. Mai 1380.
	        

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