Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich Yl. v. Höwen. 363 
Ulrichstag 1349 zu Feldkir< ein Vergleich zu stande. Der Bischof 
und desjjen Vikar Ulrich von Montfort erlauben dem von Oberkastel, 
die Burg nach Belieben zu bauen, unter der Bedingung, daß er 
und seine Erben nie gegen den Bischof, dessen Vikar oder das Got- 
teShau3s sein wollen. Beabsichtigen die Besißer eine Verpfändung 
vder einen Verkauf der Burg, so sollen sie dieselbe zuerst dem Bi- 
sc<ofe oder Domkapitel antragen, und erst wenn diese ablehnen, sv 
dürfen sie dieselbe an andere verkaufen oder verpfänden. Auch die 
Käufer oder Pfandinhaber dürfen die Burg nie wider Bischof oder 
Kapitel brauchen. Sollten sie leztere3s doch tun, sv wäre die Burg 
dem Bischof und GotteShaus verfallen. Nur wenn der Bischof die 
Inhaber ungerecht bedrängen würde und sie nicht zum Rechte kom- 
men ließe, dürften sie sich wehren, wie sie könnten. *) 
Wegen Fürstenau und andern Sachen waren Anstände zwi- 
schen dem Bischofe und dem Grafen Rudolf von Montfort, sowie 
dem Sohne des lekteren, Ulrich, entstanden. Die beiden Parteien 
fügten sich jedoch dem schiedsSrichterlichen Spruche des Christoph von 
Räzüns und des Andreas von Marmel3 (Chur, 15. Mai 1351). ?) 
Troß der bedrängten Lage und den manigfachen Wechselfällen 
seiner Regierung hielt Bischof Ulrich gute Haushaltung und ver- 
mehrte das Vermögen des Bistums. 
Allerdings verpfändete er den 14. Dezember 1338 den Brüdern 
Ludwig und Walter von Stadion die Burg Aspermont für 400 
Mark. 3) Dagegen löste er die dem Ulrich von Schauenstein ver- 
pfändeten Güter mit 100 Pf. mail. (30. Dezember 1343) *) und von 
Konradin von Stadion die Feste Flums ein (18. Juni 1353) *). Dem 
Andreas von Marmels bezahlt er 1339 für Gülten und andere An- 
sprachen 25 Mark (die Mark = 8 Pf. mail). *) Verschiedene Güter 
und Rete, so die Schlösser Hoch-Juvalt und Rietberg (1352 für 
2500 fl.) erwarb der Bischof. Auch Schenkungen erhielt er, sv von 
Johann von Rietberg verschiedene Einkünfte im Domleschg ") und von 
Ritter Hans, dem Mayer, dessen Ritterhof zu GunderShofen. *) 
Am 23. April 1333 verleiht Bischof Ulrich dem Johann v. Bel- 
mont alle Lehen, welche seine Vordern vom Bistum besessen hatten.*) 
?) Ladurner, 1, S. 460. 
1 0.S. 466. 
35 4). 8). 8). B. A. 
8) Ladurner, 1, S. 470. 
?) Liebenau, l. c. S. 9. Mohr, I1l, S. 72. 
WB. A. 
= 395 Ladurner, 1, S. 418. Andere Lehenverleihungen siehe bei Mohr I1,
	        

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