Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich YI. v. Höwen. 341 
Die erlittene furchtbare Niederlage scheint den Bischof bestimmt 
zu haben, die Verwaltung der Diözese Chur niederzulegen. Noch am 
8. Juni 1325 nennt sich Rudolf „Gubernator der Kirche von Chur“, 
allein bereits am 12. gl. M. wird er vom Papste der Administra- 
tion des BiStums entbunden und an seine Stelle Johann 
Pfefferhard zum Bischofe von Chur ernannt. 
Wie wir gesehen, hielt zuerst das ganze Geschlecht der Mont- 
fort zu Oesterreich, allein später schlugen sich die meisten Glieder 
desSselben auf die Seite Ludwigs. Rudolf blieb allerdings noch 
standhaft, allein selbst an seinen nächsten Verwandten vollzog sich 
bereits der Wechsel. Darum schreibt Papst Johann XRU]. am 11. Juni 
1325 an ihn: Er habe vernommen, daß einige Neffen und Freunde 
Rudolfs sich dem Derzog Leopold, welcher der römischen Kirche treu 
ist, feindlich zeigen und dem exkommunizierten Ludwig v. Bayern 
Hilfe und Beistand gewähren. Ja sie haben sogar Leute Leopolds 
gefangen genommen und halten sie jeht noch in Haft. Diese Hand- 
lungsweise sei vdid5 gegenüber dem hl. Stuhle und ziehe die kirh- 
lichen Zensuren nach sich, welche den Anhängern Ludwigs angedroht 
seien. DeShalb möge Rudolf sich bemühen, diese seine Verwandten 
und Freunde zu bestimmen, daß sie die Partei Ludwigs verlassen, 
die Gefangenen frei geben und Leopold unterstüßen. ?) 
Noch im Jahre 1328 übergab der Papst dem Bischofe Rudolf 
als Zeichen besonderen Wohlwollens die Administration des Klosters 
St. Gallen. Als aber Friedrich von Oesterreich 1330 starb, und sich 
Ludwig mit den österreichischen Herzogen verständigte, da wurde 
auch Rudolf ein Anhänger des Bayern. Er erhielt von Rudolf als 
Bischof von Konstanz die Reichslehen. Durch die Anerkennung des 
exfommunizierten Königs zog er nun sich selbst den Kirchenbann zu, 
und der Papst erklärte ihn des Bistums verlustig. Trokdem erhielt 
er sich im Besitze desselben, baute das zerfallene Schloß Arbon wie- 
der auf, befestigte die dortige Stadt und hielt sich daselbst bis 
zu seinem im Jahre 1333 erfolgten Tode auf. Als Exfommunizierter 
wurde er in ungeweihter Erde bestattet. Erst im Jahre 1349 ex- 
folgte die nachträgliche Absolution und die Beisezung der Leiche in 
der Pfarrkirche zu Arbon. ?) Die Totenbücher von Zurzach, Mag- 
denau und Weißenau erwähnen ihn als Wohltäter ihrer Stifte. 5 
IVa: Cur. No. 13. 
?) Vanvotti, S. 73. 
8) M. G. Necrol. ed, Baumann Pp. 608, 448 u. 157.
	        

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