Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Siegfried v. Gelnhausen bis Heinrich VI. v. Höwen. 339 
Eifer, seiner Anhänglichkeit an den hl. Stuhl und seiner Festigfeit, 
besonders aber wegen der angeordneten Publikation der Exfommuni- 
fationSbulle gegen Ludwig von Bayern. Der Papst ermahnt ihn 
zur Ausdauer. Die ExkommunikationSbulle möge er fleißig an Sonn- 
und Festtagen überall verkünden lassen und dafür sorgen, daß die 
bezüglichen päpstlichen Verordnungen gehalten werden. Ev dürfe 
versichert sein, daß der hl. Stuhl sich ihm und seinen Bistümern 
dankbar erweisen werde. *) 
Bischof Rudolf war die mächtigste Stüße Oesterreichs 
und des Papstes in unseren Gegenden. Ihm ständen die Hilfe und 
Mittel der beiden BisStümer von Konstanz und Chur, der Abtei 
St. Gallen, der Montforter und all der zahlreichen Freunde der 
Habsburger zu Gebote. Ihm zur Seite stand endlich die geistliche 
Macht, die er als Bischof in seinem und des Papstes Namen übte. 
Der gefährlichste erbittertste Gegner des Bischofs war in Rätien 
Donat v. Vaz, das Haupt der Freunde Ludwig3 von Bayern und 
an und für sich schon ein Rivale des Hochstiftes. Bischof Rudolf 
rief alle seine Freunde, Vasallen und Dienstmannen zu den Waffen 
und sammelte ein zahlreiches Deer aus allen Gegenden der beiden 
Bistümer. Anderseits bot auch Donat v. Vaz seine Untertanen auf, 
unterließ es nicht, sich um weitere Hilfe umzusehen, und fand 
jolche bei denen v. Räzüns, sowie bei den Waldstätten Uri, Schwyz 
und Unterwalden. Leßtere hatte der bei Morgarten errungene Sieg 
besonders friegslustig gemacht. Die Scharen des Bischofs sammelten 
sich zu Scanfs im Oberengadin und verschanzten sich daselbst. Dies- 
jeit3 der Berge nahm Donat v. Vaz in Davo3 Stellung. Zwischen 
beiden Heeren lag der Berg Scaletta. Der Krieg begann ganz nach 
der Sitte der damaligen Zeit. Einzelne Streifpartieen von beiden 
Seiten überstiegen das Gebirge, raubten sich gegenseitig die auf den 
Alpen weidenden Deerden, brannten die Sennhütten und einige 
Wohnungen nieder und bekämpften sich, wenn sie zufällig zusammen- 
trafen. 
Als Donat v. Vaz mit einem Teile seiner Leute DavoS verließ 
und talauswärts gegen die Albula 3og, da glaubten die bischöflichen 
Heerführer, daß nun eine günstige Gelegenheit gekommen sei. Sie 
verließen ihre feste Stellung, überstiegen mit zahlreichen Haufen den 
Scalettaberg und drangen in das Dischmatal. Nun stellte sich ihnen 
aber Lukas Guler an der Spiße jener Leute entgegen, die der v. Vaz 
1) Yat. Cur, No. 12.
	        

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