Volltext: Geschichte des Bistums Chur

336 Von Bischof Siegsried v. Gelnhaujen bis Heinrich Vl. von Höwen. 
weilt, der Generalvikar gegen die Verbündeten des letztern in den 
Krieg zieht. 
Nach dem Tode des Königs Heinrich VII. teilten sich die 
Stimmen der Kurfürsten zwischen Friedrich v. Oesterreich und 
Ludwig von Bayern. Um den Besit der Krone entstand ein 
furchtbarer Krieg, dessen Schauplaß besonders das südwestliche 
Deutschland war. Später gesellten fich dazu noch die Zwiste zwischen 
Ludwig von Bayern und dem päpstlichen Stuhle. 
„Dieser doppelte Kampf, an dem alle Länder Deutschlands mehr 
oder weniger teilnahmen, führte bejonders in der Schweiz und in 
Oberschwaben zu großen blutigen Fehden, die sich mit abwechselndem 
Glücke durch mehrere Jahre fortspannen. Auf der einen Seite 
stunden hier die österreichischen Fürsten, im Besitze bedeutender Streit- 
mittel, welche ihnen ihre ursprünglichen Stammlande, sowie die unter 
den Königen Rudolf und Albrecht, ihren Vorfahren, erworbenen neuen 
Besitzungen darboten. Ein großer Teil, besonder3 des niederen Adels, 
war teils aus alter Vorliebe, teils als Vasallen und Lehenleute der 
österreichischen Prinzen von der Partei des Kaisers Friedrich und 
seiner Brüder. Letterer spendete auch Geld mit freigebiger Hand, 
um ihren Anhang zu vergrößern. Aber auf der andern Seite waren 
es viele, besonders aus dem höheren Adel, sowie Städte und Ge- 
meinden, die Oesterreich abgeneigt, mit Vorliebe die Partei des 
Kaiser3 Ludwig ergriffen. Zu leztern gehörten besonders die Be- 
wohner der kleinen Schweizerkantone, die Graubündner, die Herren 
v. Vaz etc. Hier in diejen Gegenden vermischt, ost aus andern Ur- 
sachen gegen einander erbittert, waren diese öffentlichen höheren 
Zerwürfnisse dem Einzelnen oft ein erwünschter Anlaß, sich an jeinem 
Gegner zu rächen. 
„Wenige der in diesen damaligen Kämpfen verwickelten Partei- 
führer können sich mit Recht rühmen, ihrer einmal ergriffenen Partei 
treu geblieben zu sein. Die verwandten Grafen von Montfort, die 
in ihrer Gesamtheit in diesen Gegenden eine bedeutende Macht vor- 
stellten, erklärten sich im Anfange des Kampfes für Herzog Friedrich 
von Oesterreich. Mochten die in der leßten Zeit sich freundlicher 
gestalteten Verhältnisse der Fürsten von Oesterreich mit den Grafen 
v. Montfort dieses bewirkt haben oder die reichlichen an die Mit- 
glieder der montfortischen Familie gespendeten Gaben -- alle drei 
Familien der Montfort waren Kämpfer für die Sache Friedrichs, 
den sie als ihren rechtmäßigen Kaiser anerkannten. Dafür wurde 
ihnen aber auch reichlicher Lohn zugesichert. Die Herzoge Leopold
	        

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