Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Konrad 1, bis Berthold I1. 
Dem Kloster St. Luzi unterstellt wurden die Frauenklöster St. 
Hilarien und Cazis, das Spital St. Martin und das Armen- und 
Siechenhaus St. Anton an der Straße nach Churwalden. 
Inkorporiert waren dem Kloster die Pfarrkirchen in Bendern 
(Liechtenstein), Sagens, Riein, Haldenstein, Sennwald und Salez, so- 
wie die Kapellen in Pitasch, Schleuis, Laax, St. Maximin und St. 
Peter bei Sagens, in Triesen, und St. Alban (Sils im Domleschg). 
Besitzungen hatte es an zahlreichen Orten im jezigen Graubünden, 
Liechtenstein und Vorarlberg. *) 
Ein zweites Prämonstratenserkloster entstand in Churwalden.?) 
Ueber dieje Neugründung führt 
Bayrhammer *) einen Bericht an, 
welcher ursprünglich in deutscher 
Sprache verfaßt war, von einem 
Mönche Konrad von St. Gallen 
aber ins Lateinische übersezt wurde. 
Die Uebersezung wurde einige 
Hundert Jahre vor Bayrhammer 
geschrieben, *) der sein Werk im 
Jahre 1760 herausgab. Der Bericht 
gehört also in jedem Falle noch 
dem Mittelalter an. Er lautet im 
wesentlichen folgendermaßen: 
Unter der Regierung des Kaisers 
Friedrich, als Bischof Konrad auf 
dem bischöflichen Stuhle von Chur Siegel des Propstes von St. Luzi. 
jaß, fam die <ristliche Religion 
in Rätien zu hoher Blüte. Zu dieser Zeit lebte ein Ritter, namens 
Rudolf, welcher ein leichtsinniges Leben führte. Als er einstens in 
Remüs übernachtete, wo eine sehr besuchte Wallfahrt zum Grabe 
des hl. Florin bestand, brachte man ebendahin eine Besessene, damit 
jie auf die Fürbitte des hl. Florin geheilt werde. Die Besessene 
wollte auf alle Reden der Umstehenden keine Antwort geben. Als 
Ritter Rudolf Fragen stellte, vief ihm der Teufel zu, ihm antworte 
er gerne, da er ja zu den Seinigen gehöre. Durch diese Rede er- 
jchüttert, vergoß der Ritter Tränen der Reue über sein biSheriges 
2) Näheres bei I. G. Mayer, St. Luzi bei Chur. 2. Aufl. 1907. 
?) Siehe Abbildung oben S. 194. 
3) Historia Monast. Roggenburgensis. p. 19 ff. 
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