Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Konrad 1. bis Berthold 11. 
durch Wort und Tat zum Guten an.“ ?) Adalgott war für die Dib- 
zese ein wahrer Apostel, die aufgehende Sonne, welche alles belebt. 
Außerhalb derselben treffen wir ihn nur einige Male. Im Jahre 
1153 war er in Konstanz beim Könige Friedrich 1. und nahm an 
den Verhandlungen über die Angelegenheiten des Reiches lebhaften 
Anteil. Als Zeuge unterzeichnete er auch den Vertrag vom 23. 
März 1153 zwischen demselben Könige und Papst Eugen 111. über 
die gegenseitige Anerkennung. ?) Ueberdies findet sich sein Name in 
vielen königlichen Urkunden, welche um die gleiche Zeit zu Konstanz 
ausgestellt wurden. *) Im Jahre 1158 soll Bischof Adalgott mit 
vielen andern Bischöfen und Fürsten bei der Belagerung Mailands 
gewesen sein. ) Im April 1155 weihte Adalgott die Filialkirche 
Manabach bei Ermatingen im Thurgau, 9) ferner zwei Altäre im 
Kloster Salem (St. Benedikt und St. Peter). *) 
Als der Heilige seinen Tod herannahen fühlte, zog er sich in 
jein Kloster Disentis zurück, um ungehindert sich allein Gott und 
seiner Seele widmen zu können. An Jahren und Verdiensten für 
den Himmel reif, gab er seine Seele am 3. Oktober 1160 dem 
Schöpfer zurück. Die Totenbücher der Stifte Chur, Weißenau, Rei- 
<henau und Marienberg erwähnen ihn als Wohltäter ") und verzeich- 
nen seinen Hinscheid auf genannten Tag. Von den Cisterziensern 
wurde Adalgott frühzeitig als Heiliger verehrt und er wird in alten 
liturgischen Büchern und Katalogen dieses Ordens als solcher genannt.*) 
Besondere Verehrung genoß er im Stifte Disentis, welches das Glück 
hatte, sein Grab zu besizen. Dasselbe befand sich beim Portale der 
Klosterkirche. Während den unseligen Wirren des 16. und 17. Jahr- 
hundert3 war die Ruhestätte des Heiligen in Vergessenheit geraten. 
1) P. Henriquez, fasciculus Sanctorum Ord, Cisterciengis. Tom, II. p. III. 
Siehe auch Annal. Cister. ad annum 1156, cap. 6. n. 7. 
?) Mohr 1, S. 172. 
8) Siehe 3. B. Neugart Episo. Constantb. Il, p, 67 u. 138. 
2) Vincentii Pragensis annales. M. G. Script. XVII, p. 673. 
5) Lang, Histor. theol Grundriß. 1, S. 1054. 
*) Mone, Quellensamml. 1, S. 176. 
7) M. G. Neerol. ed. Dr. Baumann p. 640, 163, 280 u. 652. 
8) Ilenriquez 1. 6.: „Joannes Abbas in 8uo Catalogo eum Sanctorum nu- 
Mero adgeribit, et in misgali aliquo inter ordinis nostri beatos recensSetur.“ Annal, 
Cisterc. 1. 6,: „Unde post mortem miraculis coruseus in numerum Sanctorum 
adseribi meruit.“ „Ex vita 8. Bernardi auctore Gaufrido.“ (M. G. Seript. XXVI, 
p. 109) führt als Schüler des hl. Bernhard an: „In Alemanniw eivitate Cu- 
ria Algottus Sapientia, aetate et gratia reverendus.“ 
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