Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von der ältesten Zeit bis zum fünften Jahrhundert. 
regelmäßige Straßen angelegt. Schon Kaiser Augustus verbesserte 
die biSherigen Bergpfade und machte einen der Pässe zwischen Como 
und Chur, wahrscheinlich den Splügen, gangbar. Seine Nachfolger 
legten auch im Gebirge regelrechte, fahrbare Straßen an. 
Folgende Straßen sind aus der Römerzeit für Rätien bekannt: 
1. Die Via Claudia durch das Vintschgau. 
2. Chiavenna-Bergell-Julier (und wahrscheinlich auch Septimer-) 
Tinzen-Tiefenkastel8-Lenzerheide-Chur. 
3. Chiavenna-Splügen-Chur. 
4. Chur-Maienfeld (Magia)-Altenstadt bei Feldkirch (Clunia)- 
Bregenz. 
5. Chur-Maienfeld-Walensee ?)-Zürich (Turicum). 
Alle diese Wege wurden Militär-, Post- und Handelsstraßen, 
Maienfeld und Zürich Zollstationen. Die Straße von Chur über 
den Walensee bildete die kürzeste und beliebteste Verbindung zwischen 
Mailand-Windisch (Vindonissa) und dem Oberrhein. Längs der sorg- 
fältig gebauten und bepflasterten Reichsstraßen gab es Stationen 
für Pferdewechsel und kurzen Aufenthalt (mutationes), sowie Der- 
bergen für die Reisenden und Soldaten (mansiones). Es wurden 
verschiedene Festungswerke angelegt und zwar: Kastelle (viereckige 
mit Quadermauern und vier E>türmen umschlossene Pläze), Wacht- 
und Signaltürme, Schanzen als Talsperren. In den Kastellen hatte 
der Befehl3haber mit seinem Stab, der Ordonanz- und Wachmann- 
schaft seine Wohnung. Ein Teil der Truppe war auf die Wachttürme 
des Umfkreises verteilt. 
Hauptstadt von Rätien war Augs5burg. 
Berechtigt zur Bildung von Gemeinden waren in den Pro- 
vinzen nur die römischen Bürger, die Provinzialen, weil politisch 
recht8lo38, waren dazu unfähig. -AuSnahmsweise jedoc< wurde auch 
Provinzialstädten eine gewisse Selbständigkeit gewährt. Dieselben 
hießen dann Munizipien im Gegensaß zu den Kolonialgemeinden 
1) Dr. Schulte (Gesch. des mittelalt. Handel3- und Verkehres zwischen 
Westdeutschland und Ztalien. Leipzig 1900. S. 48) hält Schaan für Magia 
und glaubt, daß dort auch eine Zollstation gewesen. In Triesen, Schaan 
und Nendeln finden sic Spuren römischer Niederlassungen. 
2) Auf dem Walensee war schon zur Römerzeit eine Schiffahrt ein- 
gerichtet. Ueberreste von Uferbauten bei Walenstatt und Weejen bezeugen 
dies. Dr. Gubser, Gesch. der Landschaft Gaster. St. Gallen 1900, S. 637 
und 638. Auch ein Landweg bestand auf dem linken Ufer des Walensees 
(über Kerenzen). Dr. I. Winteler, Ueber einen röm. Landweg am Walen- 
jee. Aarau 1894. E. Hafter, im Glarn. hist. Jahrb. Heft 30. 
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