Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Die Römer. ; 
Gebietes der rätischen Provinz einverleibt wurde. Ihr weiterer 
Verlauf bis zum Adulas der Berner Alpen bleibt vein hypotetisch. 
Da Turicum Zollstation zwischen Gallien und Rätien war, könnte 
man annehmen, daß sie über Zürich gegangen wäre, allein 
Maienfeld war ebenfalls eine solche Zollstation und auch andere 
Beispiele lehren, daß die Zollstationen durchaus nicht immer mit 
den Bunkten zusammenfielen, wo die Straßen die Zollgebiets5grenzen 
überschritten. Gewöhnlich läßt man die rätische Grenze zwischen 
Zürich und Walensee durchgehen, da wo die alte Bistumsgrenze 
zwischen Chur und Konstanz läuft. Ob die Urschweiz zu Rätien 
vder zu dem Obergermanien einverleibten Helvetien gehörte, lassen 
unsere Quellen völlig im Dunkel.“*) 
„Von den Rätiern im allgemeinen sagt Cassius Dio, daß Dru- 
jus und Tiberius den fkräftigsten und größeren Teil ihrer Jungmann- 
schaft aus dem übervölkerten Lande weggeführt d. h. in die Skla- 
verei verfauft und nur so viele zurückgelassen hätten, als das Land 
bebauen, aber feine Unruhen mehr anfangen konnten. Auch Strabo be- 
richtet, daß die rätischen Völklein zum Teil vertilgt worden seien. 
Ueber das besondere Schicfal der in Graubünden jäßhaften Stämme 
erfahren wir nicht3.“*) 
„Eine Legion in das Gebiet der rätischen Provinz zu verlegen, 
wurde bis auf Mark Aurel für überflüssig befunden; dafür scheint 
die gesamte Jungmannschaft Rätiens regelrecht im Gebrauche der 
Waffen eingeübt worden zu sein, um die in der Provinz stationie- 
renden wenigen Auxiliarkohorten und Reiters<wadronen im Notfall 
unterstüßen zu können.“ Sie hießen Gäsaten, Spießträger. „Die 
rätische Miliz spielte bei der Niederwerfung der Helvetier durch 
Cäcina 69 n. Chr. eine Rolle, aus der sich schließen läßt, daß die 
alte Feindschaft zwischen Helvetiern und Rätiern bis tief in die 
Kaiserzeit fortdauerte.“*) 
Später wurden die rätischen Milizen auch in den ReichsSdienst 
gezogen und besonders häufig in Britannien, aber auch in Helvetien, 
später in Palästina, Aegypten, Armenien u. |. w. stationiert. In 
den eroberten Provinzen legten die Römer Kolonien an, besonders 
für ausgediente Soldaten; Handelsleute und Spekulanten ließen sich 
nieder, und so vermischte sich die ursprüngliche Bevölkerung mit An- 
fömmlingen aus allen Teilen des römischen Reiches. Es wurden 
?) Oechsli S. 69 und 70. 
2) ODechsli S. 66. 
8) Oechsli S. 75 und 76. 
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