Volltext: Geschichte des Bistums Chur

Von Bischof Hartbert bis Bischof Wido. 
unrechtmäßig erworbenen Kirchengüter. Darauf nahmen ihn die 
Legaten wieder in die Kir<hengemeinschaft auf und baten um die 
Erlaubnis, in ganz Deutschland Synoden zur Durchführung der neuen 
Dekrete halten zu dürfen. Der König war damit einverstanden, aber 
die meisten Bischöfe widersebten sich mit der Bemerkung: Außer dem 
Papste sei nur der Erzbischof von Mainz, als ständiger Legat, zur 
Abhaltung von Generalsynoden im deutschen Reiche berechtigt. Exrz- 
bischof Liemar von Bremen führte eine solche Sprache, daß die päpst- 
lichen Gesandten sich veranlaßt sahen, ihn auf den 30. November 
nach Rom vorzuladen. *) Was die Bischöfe hier vorbrachten, war 
nur ein Vorwand, unter dem sie die Abhaltung einer Kirchenver- 
sammlung gegen Simonie und Konkubinat zu verhindern suchten. 
In ganz Deutschland gab sich eine bedeutende Opposition gegen die 
päpstlichen Reformbestrebungen kund. Die große Masse der unsitt- 
lichen Geistlichen leistete Widerstand, die meisten Bischöfe zeigten 
sich faumselig. So gestattete Otto von Konstanz nicht bloß den ver- 
heirateten Geistlichen die Beibehaltung der Weiber, sondern auch den 
biSher unverheirateten, sich ohne Scheu jolche zu nehmen. 
Die Legaten begaben sich, vom Köünige reich beschenkt, nach 
Rom zurück. Der Papst dankte Heinrich IV. in einem Schreiben 
vom 7. Dezember 1074 für die freundliche Aufnahme derselben und 
die gegebenen Versprechungen. 
Auf die nächste Fastensynode (Februar 1075) lud Gregor YVIU. 
den unentschiedenen Erzbischof von Mainz und 6 seiner Suffragane, 
darunter auch Otto von Konstanz, vor. Auch dieser Versammlung 
wohnte unser Bischof Heinrich ohne Zweifel bei. Es wurden hier 
nicht nur die früheren Dekrete gegen Simonie und Klerikerkonkubinat 
erneuert, sondern auch die weitverbreitete Laieninvestitur verboten. 
Wer fernerhin ein Kirchenamt aus der Hand eines Laien annehme, 
jolle abgeseßt, die weltlichen Fürsten aber, welche solche Investitur 
erteilten, würden von der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen 
werden. 
Nach dieser Synode schickte der Papst wieder unsern Bischof 
Veinrich als Legaten nach Deutschland. 
Er sollte den deutschen Bischöfen die gefaßten Beschlüsse bekannt 
machen und den Erzbischof von Mainz, welcher nicht erschienen war, 
zur Abhaltung eines Provinzialkonzils veranlassen. Ein solches ver- 
sammelte sich wirklich im Oktober 1075 zu Mainz. Heinrich von 
Y-Heiele l. ce- V, S.: 23ff. 
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