Volltext: Geschichte des Bistums Chur

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Luzius, Valentin, Gaudenzius u. |. w. Sein Katalog bedarf teils 
der Korrektur, teils der Ergänzung. 
Ioseph Resch, Chorherr von Inichen und Professor am Priester- 
jeminar in Brixen, verfaßte die „Annales Ecclesix Curiensis, 
Chronik des fürstl. Stiftes Cur“. Die Arbeit wurde einem Kalender 
in Brixen vom Jahre 1770 an beigegeben und reicht nur bis ins 
13. Jahrhundert. Resch benüßte mit großem Fleiße und Sorgfalt 
alle ihm zugänglichen gedruckten Quellen verschiedenster Art und 
verrät eine große Belesenheit in der geschichtlichen Literatur. Er 
verdient daher Beachtung. 
Das Hauptwerk über die Geschichte des Bistums Chur ift 
«Episcopatus Curiensis in Rätia . . . chronologice et diplo- 
matice illustratus opera et Studio P. Ambrosii Eichhorn Pres- 
byteri congregationis S. Blasii. Typis San-Blasiani!s 1797.» 
Im Stifte St. Blasien im Schwarzwalde hatte sich unter der 
Leitung vortrefflicher Lehrer ein Gelehrtenkreis gebildet, dessen vor- 
herrschende Richtung die historische war. Das Vorbild der Gallia 
Christiana gab die Beranlassung zum Plane einer Germania 8acra, 
einer Geschichte aller deutschen Bistümer. Das großartig angelegte 
Werk kam infolge der eintretenden Zeitverhältnisse und Aufhebung 
des Klosters nur zum kleinsten Teile zur Ausführung. Es erschien 
nur die Geschichte der BisStümer Würzburg, Bamberg, Chur und von 
Konstanz ein Teil. 
Chur übernahm P. Ambrosins Eichhorn. Derselbe war 1758 
in Witlikofen geboren und 1783 Priester geworden. Der junge 
Benediktiner begab sich 1787 nach Chur und in die Klöster der Diözese, 
um das urfundliche Material zu sammeln. Fürstbischof Dionys von 
Rost nahm ihn aufs freundlichste auf und gewährte ihm fünf Tage 
Gastfreundschaft. Manche Urkunden durfte Eichhorn mit sich nach 
St. Blasien nehmen. Die meisten derselben kamen wieder nach Chur 
zurück, einzelne aber blieben in St. Blasien uud kamen dann mit 
Eichhorn nach St. Paul in Kärnthen. 
Eichhorn nahm für sein Werk die Geschichte des Bistums 
Würzburg, welche P. Ußermann verfaßt hatte, zum Vorbilde. Mit 
staunenSwertem Fleiße und gesunder Kritik verwertete er Urkunden- 
material und Literatur. Sein Werk ist für die damalige Zeit als 
mustergiltig zu betrachten und auch jezt noch sehr jchäßen5wert, ob- 
gleich durch jpätere Forschungen und Verwertung neuer Quellen viel- 
fach überholt.
	        

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