Volltext: Feldmarschall Johann Fürst von Liechtenstein und seine Regierungszeit im Fürstentum

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Mit Einführung der geordneten Verlassenschafts-Abhandlungen 
trat auch der Fall der Waisenrechnungsführung ein, welche nach der 
zuliegenden Instruktion zu führen sein wird. 
Einen nicht unbedeutenden Vorteil für das Fürstentum vermag 
der unerschöpflich vorhandene Torf herbeizuschaffen und so zum Surrogat 
des nicht überflüssigen Holzes zu dienen. Nur zu wenig ist dieser 
Brennstoff bisher benüßt worden, der nach der eingeholten Erfahrung 
sowohl zu Betreibung eines Hochofens und sohiniger Eisenerzschmelzung, 
Glasfabrikation, Ziegel- und Kalkbrennerei, dann häuslicher Feuerung 
verwendet werden kann. -- Sie werden mit diesem Brennstoff Versuche 
im Kleinen anstellen und hieraus die Resultate zu abstrahieren haben 
und nachdem sich wie gesagt mit Anwendung des Torfes Eisenwerke 
betreiben ließen, die dortige Gegend, besonder8 im Saminatal hinläng- 
liche Eisenerze enthält, so glaubt man der Mühe wert zu sein, den 
Gehalt dieser Erze, dann des Torfs zu prüfen, daher Sie gelegenheitlich 
etwa 2 Ziegel Torf nnd einige Pfund Eisenerze mittelst dem Postwagen 
anher senden wollen. 
Im Vorstehenden ist Jhnen die fürstliche Willensmeinung vor- 
gezeichnet, >'e Sie in genaue Erfüllung bringen werden, wodurch 
Sie das in Sie gesetzte fürstliche Vertrauen rechtfertigen und sich fernere 
Gnaden erwerben werden. 
Theobald von Walberg m. p. 
Pr. hochfürstlich Johann Liechtensteinische Kanzlei. 
Wien, den 7. Oktober 1808. 
Georg Häuer m. p. 
Proklamation des Landvogtes Schuppler 
vom 12. Juni 1809. 1) 
Bewohner dieses Fürstentums ! 
Ihr werdet in dieser unruhigen Zeitperiode, in welcher Jhr es 
unter die größte Wohltat des Himmels rechnen könnt, von den Drang: 
salen des Krieges bis nun verschont geblieben zu sein, von Drangsalen, 
die Ihr schon leider öfters empfunden habt nnd die bis zur Stunde 
1) L. R. A., Akt Rr. 346/pol. Jahrg. 1809. 
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