Volltext: Feldmarschall Johann Fürst von Liechtenstein und seine Regierungszeit im Fürstentum

EE MP28 = 
Es kann selbstverständlich nicht unsere Aufgabe sein, alle 
Gesetze und Vorschriften, die der Fürst weiterhin erließ, einzeln 
anzuführen; wir wollen nur das Wichtigste hieraus insoweit 
hervorheben, als es entweder heute noch gilt oder die Grund- 
lage zum heutigen legalen zustande geboten hat. 
Mit Patent vom 18. Februar 1812 führte der Fürst 
das österreichische allgemeine bürgerliche Gesezbuch, die öster- 
reichische allgemeine Gerichtsordnung und das österreichische 
Gesetzbuch über Verbrechen und schwere Polizeiübertretungen 
in Liechtenstein ein und im Jahre 1819 wurden verschiedene, in 
Österreich zur Ergänzung dieser Gesetze ergangene Vorschriften 
als für Liechtenstein verbindlich erklärt; alle diese Gesetze 
gelten zum Teil noch heute; zur Vervollständigung der Gesetze 
über Polizeiübertretungen erschien 1832 das sogenannte Unte r= 
tans8- Ztrafpatent, welches der heute in Kraft stehenden 
fürstl. Serordnung vom 8. Dez. 1858 über die Amtsgewalt 
der Behörden zu Grunde liegt. 
Indessen war im Jahre 1818 durch eine zwischen dem 
Kaiser von Österreich und dem Fürsten abgeschlossene Kon- 
vention das k. k. Avypellation8gericht in Innsbruck als dritte 
Instanz für die Rechtsangelegenheiten des Fürstentums be- 
stellt worden, eine Verfügung, die in ihrer Wesenheit durch 
den seither abgeschlossenen Staatsvertrag vom 19. Jänner 
1884 1) aufrechterhalten wurde. 
Auch in finanzieller Hinsicht erflossen, abgesehen von 
ver oben bereits erwähnten Steuerordnung, verschiedene 
sehr belangreiche Vorschriften; unter diesen verdient die 
Papierstempelverordnung vom 20. März 1809 deswegen be- 
sonders hervorgehoben zu werden, weil ein großer Teil der 
damals getroffenen praktischen Bestimmungen noch heute in 
Anwendung ist. 2?) =- Im Jahre 1829 verfügte der Fürst die 
Einführung einer Hundesteuer, eine Institution, die sich bis 
auf den heutigen Tag erhalten hat. 
1) Val. liechtenst. Landesgesetblatt Nr. 8 und österr. Reichsgeset- 
blatt Nr. 1%, beide vom Jahre 1884. 
2) Vgl. liechtenst. Landesgesetzblatt Jahrg. 1883, Nr. 5, wo jene Be- 
stimmüngen des Stempelpatentes aufgeführt werden, die bis jezt in 
Geltung geblieben sind.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.