Volltext: Zusammenstellung der im Fürstenthum Liechtenstein giltigen das Strafverfahren über Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen betreffenden Gesetze und Verordnungen

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vem Fußboden stark befestigte, die Ringe zur Hand sein, 
um den Verhafteten auch allenfalls anketten zu können ; 
* jedes Gefängniß ist mit einer Zahl zu bezeichnen, damit 
die Ordnung in der Anweisung, Besichtigung und übrigen 
Besorgung genau beobachtet werden könne. 
8312: 
Findet das Criminal-Geriht während der Untersuchung aus 
den in der Verhandlung sich ergebenden Umstände, oder anus dem 
bewährten Berichte des Gefangenwärters über das Betragen des 
Verhafteten für nothwendig, das Gefängniß , oder die Vorsichts- 
mittel von Zeit zu Zeit zu verändern; so ist es hierzu allerdings 
befugt. Insonderheit muß das Gefängniß damals verändert wer- 
den, wenn bemerkt wird, daß zwei zunächst aneinander Verhaftete 
auf irgend eine dem Untersuchungsgeschäfte nachtheilige Art in Un- 
terredung oder Einverständnisse stehen; oder wenn man entdecket, 
daß der Verhaftete Vorbereitungen zur Entflichung unternommen hat. 
8 312. 
So lange der Verhaftete sih in der Untersuchung befindet, 
ist ihm erlaubt, sich die Kost aus eigenem Vermögen zu verschaffen. 
Er kann auch von andern Personen Hülfe erhalten, oder durch 
Arbeiten einiges Geld verdienen, und es zu seinem besseren Unter- 
halte verwenden. Nur ist ihm: 
a) feine Unmäßigkeit im Essen und Trinken zu gestatten ; 
b) von Speisen sind ihm nur solche, die in dem BVerwahrungs- 
hause gekocht sind, zuzulassen ; 
' von barem Gelde soll ihm nichts zu Handen kommen, son- 
dern alles, was ihm aus fremder Hülfe, oder seinem Ver- 
dienste zufließt, unmittelbar dem Criminal-Gerichte über- 
geben werden, welches ihm davon die Kost anzuschaffen hat. 
8.313. 
Mangelt es dem Verhafteten an den im vorigen Paragraphe 
erwähnten Zuflüssen , so ist das Criminal-Gericht ihn mit Wasser 
und Brot, und täglich einer warmen Speise zu verpflegen schuldig.
	        

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