Volltext: Zusammenstellung der im Fürstenthum Liechtenstein giltigen das Strafverfahren über Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen betreffenden Gesetze und Verordnungen

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Allgemein sollen bei Gefängnissen, so viel die Lage des Ge- 
häudes zuläßt , und sonst die Umstände erlauben, folgende Bor- 
sichten angewendet werden. 
a) das Fenster, wodurch Luft und Licht hineinfommt, soll 
auf keine offene Straße, sondern in einem Hof over Gang 
gehen, und so in die Höhe gesetzt sein, daß weder von außen 
jemand hinein, noch der Verhaftete hinaus sehen, oder 
sich mit jemanden besprechen könne. Auch ist das Fenster 
mit starkem und engen, eisernen Gegitter zu versehen, 
damit ver Verhaftete dadurch nicht entkommen, und ihm 
von außen nichts zugeworfen werden möge: 
b) wo die Mauern nicht di> genug, oder nicht ganz tro>en 
sind, müssen sie inwendig mit Pfosten belegt werden ; 
„) die Thüre muß aus doppelten Pfosten bestehen, von außen 
durc< zwei oben und unten befestigte eiserne Klinken, oder 
sogenannte Arben, und zwei daran gelegte starke Vorhäng- 
schlösser versichert werden. In der Mitte der Thüre soll 
eine kleine Oeffnung eingeschnitten sein, welche ebenfalls 
gesperrt, und nur von außen aufgemacht werden fönne ; 
an sich aber dazu diene, daß dem Gefängnisse Zugluft 
verschafft, und der Verhaftete zu allen Zeiten, ohne die 
Thüre selbst zu öffnen, von dem Gefangenwärter beobachtet 
werden könne; 
1) nach Bedürfniß sollen die Gefängnisse mit Oefen versehen, 
diese aber inwendig mit eisernen Stangen sicher verwahrt 
sein, vamit der Verhaftete dadurch nicht entkommen könne- 
Auf gleiche Art ist der Rauchfang zu verwahren, und die 
Oeffnung zur Heizung vorsichtig verschlossen zu halten ; 
2 zur Lagerstätte muß eine Britsche vorhanden, und so zu- 
bereitet sein, daß der Verhaftete , wenn es nöthig ist, 
daran geschlossen werden fönne; 
r, in den zur Anhaltung gefährlicherer Gefangenen bestimmten 
Gefängnissen müssen entweder Steine, wenigstens von vem 
Gewichte eines Zentners, oder eiserne in ver Wand oder
	        

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