Volltext: Beiträge zu einer kritischen Geschichte Vorarlbergs und der angrenzenden Gebiete besonders in der ältesten und älteren Zeit

und der angrenzenden Gebiete, besonders in der ältesten und älteren Zeit. 
nuncupatam, quae sita est in Retiae Curiensis partibus, consentiente videlicet atyue perdona(n)te 
Burchardo illustri marchione, qui eandem eatenus iure beneficiali obsederat, perenniter in proprium 
Concessimus. 
Burkhard erscheint als Graf in der Bertholdsbaar bei der Freilassung des Selaven Johann, des 
wahrscheinlichen Ahnherrn der Tschudi, ddo. Rottweil am 31. Mai 906, Nr. DCLVIIL Derselbe König 
Ludwig übergibt dem Kloster St. Gallen in seiner Pfalz zu Bodmann am 7. Jänner 909 (Neugart, Nr. DCLXVIID) 
cum consultu fidelium nostrorum Hathonis seilicet et Salomonis venerabilium episcoporum, comitum vero 
Purchardi, Adalperti et Odalrici'), quasdam res proprietatis nostrae ad monasterium S. Galli iure 
perpetuo in proprietatem concessimus. Hoc est in Retia curiensi, in comitatu Purcharti in 
loco Feldkircha dieto, quicquid nos iuste et legitime in illa curte, sive basilica habere videbimur.” 
Hieraus ergibt sich bestimmt und klar, dass damals Feldkirch zu Churrhätien gehörte und der 
Rheingau sich nicht bis an die Ill erstreckte. (Vgl. S. 67, besonders Anm. 3.) 
Schon Rudolfen, angeblich seinem Oheim, unterstand im J. 890 (vgl. S. 67 und 68) das anderthalb 
Stunden Weges von Feldkirch nordostwärts gelegene Rötis, und so der Zeit nach weiter hinauf wohl auch 
Adalberten I. und Hunfried dem Ersten seines Namens in diesem Gaue, in dem wir Herzog Burkhard I. im 
J. 920 als Richter treffen werden. Im Jahre 911, in welchem am 21. Juni der schwache König Ludwig 
starb, fiel auch Graf Burkhard 1., der Churrhätien und die Baar besass , auf dem öffentlichen Tage, als 
er seine Anerkennung der Herzogswürde Alemanniens durchsetzen wollte , unter einem wilden Volks- 
getümmel ”). Nach Andern wurde er in einer Versammlung der mächtigsten Landesedeln von Anshelm, einem 
von ihm beleidigten Edelmanne, ermordet. Gewiss ist es, dass er nicht beliebt war. In die von ihm getra- 
gene Gewalt drängte sich Krchanger ein. Auch Burkhard’s Bruder Adalbert, Grafen des Thurgaues, 
den edelsten und gerechtesten, liess der auf die Macht weltlicher Grossen scheelsüchtige Bischof Salo- 
mon III. von Konstanz als Mitschuldigen ergreifen und enthaupten. Dessen Sohn soll, nach Neugart’s Episcop. 
Constant. pag. 185, Burkhard, den wir den Dritten dieses Geschlechtes nennen, gewesen sein. In 
Urkunden vom 27. October 920 (Nr. DCCVI) bis 25. Mai 928 (Nr. DCCXVIN) ist er erst als Graf im 
Thurgau, dann in den letzten im Zürichgau zu finden. Nach einigen Genealogen (z. B. auf der Stammtafel IL, in 
Pipitz’ „die Grafen von Kyburg, Leipzig 1839’’) war auch Burkhard’s Tochter, Dietpurga, Gemah- 
lin des Grafen Hupold oder Hucbald von Dillingen und Mutter des h. Ulrich, wie auch Liutgardens 
(+ 955), angeblich in zweiter Ehe Gemahlin des Herzogs Burkhard II., die aber die Gemahlin eines Grafen 
Peiere war. Von Dr. Schmid in seiner Untersuchung über die Stifter des Klosters Anhausen an der 
Brenz wird diese Thetbirga (Dietpirch bei Pertz VI, 385) fraglich als Schwester des Herzogs 
Burkhard I. angenommen *). Burkhard’s I. Witwe Wida (?) wurde alles Eigenthums beraubt, ihre Söhne 
Burkhard II. und Udalrich retteten ihr Leben durch die Flucht über die Alpen, wahrscheinlich auf ihr 
Besitzthum in Tortona (S. 67). Selbst Gisela, Burkhard’s schwer bedrängte Schwiegermutter, forderte 
vom König Konrad I. zu Bodmann Gerechtigkeit gegen ihre Verfolger. Man bürdete ihr das Gergentheil 
auf, nämlich an der Schuld ihres Schwiegersohnes Theil genommen zu haben. 
Nach Pupikofer’s Geschichte des Thurgaues I, 72, wird Udalrich, Adalbert’s II. Sohn, in den 
Besitz der Grafschaft Thurgau eingesetzt. In N eugart’s Episcop. Constant. I, 183 und 185, jedoch wird 
dieser Udalrich ein Bruder Burkhard’s des Jüngern genannt. Mit welchem Rechte Pupikofer ihn Adalbert’s 
Sohn sein lässt, weiss er selbst nicht anzugeben, vielleicht weil er Graf im Thurgau wurde. In der Ur- 
kunde vom 5. April 912 (Nr. DCLXXXIII) erscheint Udalrich oder Ulrich zum ersten Male als Graf im 
Thurgau. nicht aberin Nr. DCLXXX. laut welcher er nach Neugart. S. 183. vom K. Konrad L dde. Bodmann 
PC 
Sa“ 
1) Hier sind die drei Nachbargrafen: Burkhart von Churrhätien, sein Bruder Adalbert vom Thurgau und Udalrich vom Argen- 
gau und wohl auch vom Rheingau (Rheinthal oberhalb des Bodensees) genannt, 
2) Stälin I, 267; Annal. Alamann. ad ann. 911 apud Pertz Monum. German, I, 55, 
3) Anton Steichele’s Beiträge zur Geschichte des Bisthums Augsburg. Augsburg 1851. Bd. II, Heft I, S. 146.
	        

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