Volltext: Beiträge zu einer kritischen Geschichte Vorarlbergs und der angrenzenden Gebiete besonders in der ältesten und älteren Zeit

und der angrenzenden Gebiete, besonders in der ältesten und älteren Zeit. 
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Urbarium der Chorherren und des Domcapitels zu Chur unter S, Luziensteig, 
nach dessen Erneuerung vom 1. Mai 1393. 
Das Hochstift Chur bezog durch Jahrhunderte bedeutende Einkünfte aus unserm obern Vorarlberg. 
Dies bezeuget dessen Einkünfte-Rodel, der nach Ambros Eichhorn und Zellweger, denen auch Herr 
von Mohr beistimmt, muthmasslich im elften Jahrhunderte verfasst wurde. Das Original im bischöflichen 
Archive ist trotz aller Bemühungen nicht mehr aufzufinden. Zum Glücke hat Ägid Tschudi (+ 1571) 
eine Abschrift davon genommen, die unter Nr. 609 in der Bibliothek zu St. Gallen verwahrt wird. Eine 
Abschrift derselben von Ildephons von Arx sah ich in des Freiherrn di Pauli Bibliotheca Tirolensis zu 
Innsbruck (p. 37), der jener ddo. St. Gallen im Mai 1817 die Worte beigefügt hat: „Diese Bogen sind‘ 
eine getreue Abschrift des berühmten Zinsrodels, den Egid Tschudi aus dem bischöflichen Archive zu 
Chur gezogen und abgeschrieben hatte. Die Urschrift scheint im zwölften Jahrhunderte abgefasst worden 
zu sein und gibt über die Wirthschaft jener Zeit und das Graben des Eisens wichtige Aufschlüsse. 
Dieser Rodel ist, soviel ich weiss, noch nirgends gedruckt. Ich finde es nöthig zu bemerken, dass die 
(deutschen) Marginalnoten und die eingeklammerten Worte‘ von Egid Tschudi beigesetzt 
worden sind,” 
Dies hat Baron von Hormayr*) in seinem Abdrucke nicht angedeutet und mehrere Fehler unterlaufen 
lassen. Correcteren Text und die Marginalnoten unter demselben mit am Ende beigefügten erläuternden 
Anmerkungen gibt uns Johann Kaspar Zellweger im schweizerischen Geschichtsforscher, Bd. IV, 169 ff., 
und jüngst wieder Herr von Mohr im Cod. Diplom. Nr. 193 aus derselben Quelle. Einige dieser Orte 
wie bei v. Mohr S. 283 Monticulus, dann S. 284 Primaniaca habe ich schon oben S. 91 theils im 
Texte, theils in den Anmerkungen näher bestimmt. S. 285 Gaio, d.i. Guggais bei Nüziders gegen 
Ludesch, wo Claus v. Bötsch als der Herrschaft von Sargans Amtmann im Walgau, d. i. in der nach- 
herigen (seit 11. August 1463) Grafschaft Sonnenberg, am 7. November 1419 öffentlich zu Gericht sass, 
in welchem Hanns Büsel aus Rankweil wegen Strassenraubes zur Enthauptung verurtheilt wurde. — 
S. 286 lautet es: In Turinga iugera V. silvas 11. In Flubpio et Montaniolo. Dieser Flubpius 
oder Fluvius dürfte die dem oberen Walserthale entströmende Lutz und der Montaniolus der Thürin- 
gerberg sein, oder gar der forellenreiche Ba ch, der vom Hügel, über den er bei Thüringen herabstürzt, 
heute noch der Montiola-Bach heisst. Vergl. S. 82 am Ende. Er fliesst westlich durch den Bezirk 
des Dorfes Bludesch, dass er in zwei Hälften scheidet. — S. 286 in der letzten Zeile: formaticos XM, 
bei Zellweger S. 176, irrig formationes, d. i. Käse, von forma, dam aus formagium durch Versetzung 
fromage. — $S. 287 das dem Könige zinspflichtige Eisenwerk zu Feraires, wo zu jener Zeit acht 
Schmelzöfen waren, ist nach Tschudi im Montavon und zwar am St. Bartholomäberg zu suchen; denn an 
Ferrara, oder zu deutsch Schmitten im graubündenschen Gerichte Inner-Bellfort , wo in älteren und 
neueren Zeiten Bergbau betrieben wurde, ist hier nicht zu denken. 
In Chur copirte ich aus des Herrn Bundesstatthalters v. Mohr Manuseripte zur vaterländischen Ge- 
schichte Bd. II, folgende „Collectae episcopales in decanatu vallis Trusiane,” die dem um 1380 
begonnenen bischöflichen Urbar entnommen sind: 
1) In dessen sämmtlichen Werken, Bd. Il, (1821) im angehängten Urkundenbuche S, XXIX—XLVIIIL, Freiherr von Hormayr hat die Bibliotheca 
Tirolensis di Paulis, der vom J. 1816—1822 Hofrath bei der k. k. obersten Justizstelle in Wien war, fleissig benützt und ausgebeutet. 
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