Volltext: Vorarlberg und Liechtenstein

Das Klostertal und der Arlberg. ; 
hatte fünfzehn Gulden verdient mit dem Hirtenstab,“ erzählt er 
herzlich. „Da rufte ich und sprach, ob jemand nehmen wollte die 
fünfzehn Gulden und einen Anfang anheben, auf den Arlberg zu 
bauen, dass die Leute nicht so verdürben?“ Seine Menschengüte 
trieb ihn unter dem Schutze des hl. Christoph, dem er sein An- 
liegen anheimre”eben hatte, hinaus in die Welt; bittend und bettelnd 
durchzog er die Länder und sammelte milde Gaben für den Bau 
des Hospizes. ie menschenfreundliche Stiftung entstand, mit ihr 
eine Christophsbruderschaft, die für die Jahreskosten des Unter- 
nehmens aufkam, und Jahrhunderte hindurch haben Wanderer die 
rettende Hülfe des Hospizes erfahren und den Namen dessen ge- 
segnet, der gerinx an Stand, doch edel an Seele, den Grundstein 
zu St. Christonh gelegt hat. 
Eine Wendung hinab, und rasch unter der Passhöhe liegen 
in einsamem *Tochtälchen das graue Stift, das darangebaute 
Kirchlein mit schlankem Helm und ein oder zwei zerfallende 
Häuser. Seit d;* Fiss durch die Bahn seine frühere Bedeutung 
verloren hat, sind die frommen Brüder abgezogen; in dem von 
vielen "rinnerungen goweihten Hospiz schaltet ein Gastwirt, dem 
durch Paschluss der Landtage von Vorarlberg und Tirol ein jähr- 
licher Unterstützungsbeitrag mit der Verpflichtung gewährt wird, 
sein Haus auch im Winter 
einsamen Wanderern offen zu 
halten. Die stärkste Teilnahme 
erregt das heimelige Kirchlein, 
in dem riesengross eine alte, 
aus Holz geschnitzte Christoph- 
statue steht. Kleine Splitter 
sind von ihrem harten Holz 
weggeschnitten worden. Ge- 
wiss von tirolischen und vor- 
arlbergischen Auswanderern. 
Denn das Volksgemüt glaubte, 
das kleinste Splitterchen des 
Bildnisses sei, auf dem Leib 
getragen, ein Schutz gegen 
das Heimweh und die Gefahren 
der Fremde. 
Arlbergstrasse. 
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