Volltext: Vorarlberg und Liechtenstein

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Liechtenstein, 
vom Schellenberg zur Luziensteig. 
LDKIRCH-BUCHS! In scharfer Kurve braust der Zug 
um den Ardetzenberg durch die Fruchtgelände von Tosters 
an dem durch ein Exerzitienhaus bekannten Tisis und 
au „ uetzi“ vorbei, der früher durch eine Verteidigungsmauer 
gekennzeichneten Grenze Vorarlbergs und Liechtensteins. Unter den 
Felsenmauern der Drei Schwestern am Rande eines grün erflimmern- 
den Tannen- und Buchenforstes winkt Schaanwald, das erste liechten- 
steinische Dorf, und gleich darauf Nendeln, das zweite. 
Der Name Nendeln klingt in der Altertumskunde des Fürsten- 
tums. Am Waldsaum des Dorfes liegt mit den Resten ihrer Ge- 
mächer eine römische Villa blossgelegt, bei deren Ausgrabung Münzen, 
Topfscherben und eherner Zierat von Pferdegeschirren zum Vor- 
schein kamen. Was uns namentlich veranlasst, schon am Eingang 
des Fürstentums Halt zu machen, das ist ein Besuch des Schellen- 
hergs. Was ist das für ein merkwürdiger ()unerriegel von Fels und 
Wald, der von Tosters schief über die Rheinebene zum Strom 
hinausläufe? Ein altes Felsenriff wohl aus dem Urbodensee! Von 
Schaanwald und Nendeln ziehen sich wie Parkwege anmutende 
Strassen zum Schellenberg hinan. Er ist ein liebliches Naturbild, 
ein malerisches Gemenge von Dorfidyllen, Wald- und Wiesen- 
stimmungsbildern, tiefem Schatten, sonnigen Lichtungen, von stillen 
Tälchen und Aussichtshöhen, die talauf, talab und hinüber ins 
schweizerische Hochgebirge blicken. Bauerndörfer, hier Mauren, 
dort Eschen, nach dem der Schellen- wohl auch Eschnerberg ge- 
nannt wird, erheben ihre Giebel aus Fruchtbaumwäldern, und durch 
die Forste dahin flüstern die Schicksale des mächtigen Adels- 
geschlechtes, das einst auf dem Berge gesessen hat. Über dessen 
gebrochenen Burgen Alt- und Neu-Schellenberg klettert aber jetzt 
das Dieckicht und spielt der falternde Schmetterling. Auf der Höhe
	        

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