Volltext: Direkte Demokratie in Liechtenstein

Abstimmungsoerbalten und Abstimmungsresultate: ein Gemeindevergleich 
6.4.6 Unterschiede nach Einwohnergrósse 
Die einwohnerschwichsten Gemeinden (Planken, Schellenberg, Gam- 
prin und Ruggell) zeigen bei 12 Abstimmungen ein Abstimmungsver- 
halten, welches in allen Gemeinden tiefere Zustimmung als im Landes- 
durchschnitt brachte, bei 20 Abstimmungen lagen alle vier Gemeinden 
über dem Landesdurchschnitt. Bei 30 Abstimmungen lagen zwei Ge- 
meinden über und zwei Gemeinden unter dem Landesresultat, bei 42 Ab- 
stimmungen lag eine der kleinen Gemeinden im Gegensatz zu den drei 
anderen kleinen Gemeinden über- oder unterhalb des Landesresultates. 
Wenn aus den 105 einbezogenen Abstimmungen alle Fälle heraus- 
gefiltert werden, bei denen in einer der vier kleinsten Gemeinden weni- 
ger als 3 Prozentpunkte vom Landesresultat abgewichen wurde, bleiben 
35 Volksabstimmungen. Bei zehn von ihnen stimmten alle vier kleinsten 
Gemeinden einer Vorlage stärker als der Landesdurchschnitt zu, bei 
5 Abstimmungen stimmten die vier kleinsten Gemeinden schwächer zu. 
Bei sieben Abstimmungen lagen zwei über, zwei unter dem Landesresul- 
tat, bei 13 Abstimmungen lag eine Gemeinde im Trend anders als die drei 
anderen. 
Tabelle 43 weist aus, wie gross die Abweichungen in den vier kleins- 
ten Gemeinden war, wenn alle vier im gleichen Trend lagen — also entwe- 
der alle über oder alle unter dem Landesresultat. Die kumulierte Abwei- 
chung war beim Landtagsbegehren 1919 über die Mandatszahlerhöhung 
(in allen vier Gemeinden unter dem Landesresultat) am grössten, gefolgt 
vom Pressegesetz 1930 (in allen vier Gemeinden mehr Zustimmung als 
im Landesdurchschnitt), der Initiative über die Gewerbegenossenschaft 
1964 und weiteren Abstimmungen zwischen 1919 und 1935 zum Wahl- 
system, dem Wahlalter und einer Alkoholsteuer. 
Die Abstimmungsthemen, bei welchen die vier kleinsten Gemein- 
den im gemeinsamen Trend lagen, lässt keinen Zusammenhang mit der 
Einwohnerzahl dieser Gemeinden vermuten. So stimmten beispielsweise 
1919 die kleinen Gemeinden klar unterdurchschnittlich einer Mandats- 
zahlerhöhung zu, während in diesen vier Gemeinden 1988 über dem 
Landesdurchschnitt einer weiteren Landtagsvorlage zur Mandatszahler- 
höhung zugestimmt wurde. Der Wahlkreis- oder Parteieneffekt dürfte 
wohl stärker gewesen sein als ein potenzieller Effekt der Kleinheit einer 
Gemeinde. 
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