Volltext: Direkte Demokratie in Liechtenstein

Praxis der direkten Demokratie 
den mit klarer parteipolitischer Präferenz, also beispielsweise einer tra- 
ditionellen Hochburg der FBP oder der VU, im Falle von abweichenden 
Abstimmungsempfehlungen der Parteien daraus andere Abstimmungs- 
ergebnisse resultieren als in Gemeinden mit ausgeglichenen politischen 
Kräfteverhältnissen. Für die statistischen Berechnungen wird eine Varia- 
ble gebildet, die die Abweichungen im Wahlverhalten in den Gemein- 
den, gemessen am Landestotal, abbildet. Wir nehmen dabei die letzten 
Landtagswahlen vor einer Volksabstimmung als Ausgangspunkt. 
6.4.2 Unterschiede nach Gemeinden 
Die Abstimmungsergebnisse der Volksabstimmungen sind jeweils ge- 
meindeweise aufgeschlüsselt. Es lässt sich somit auch nachträglich fest- 
stellen, wie stark eine Vorlage im Falle von Initiativen, Referenden und 
Landtagsbegehren in den verschiedenen Gemeinden unterstützt oder 
abgelehnt wurde. 
Wenn alle drei Abstimmungstypen bei insgesamt 106 Volksabstim- 
mungen zwischen 1919 und 2015 zusammengenommen werden, wei- 
chen die beiden Berggemeinden Planken und Triesenberg, gefolgt von 
Mauren und Vaduz, am stärksten vom landesweiten Abstimmungser- 
gebnis ab — egal ob nach oben oder unten (Abbildung 15). In Planken be- 
trágt die Abweichung im Mittelwert aller Abstimmungen rund 13 Pro- 
zentpunkte, in Triesenberg knapp 11 Prozentpunkte. Unter sechs 
Prozentpunkten Abweichung im Mittelwert weisen lediglich die Ge- 
meinden Balzers, Triesen und Schaan (tiefster Wert mit 5,42 Prozent- 
punkten) auf. Beim Medianwert, also dem Wert, bei dem die Hälfte der 
Werte darüber, die andere Hälfte darunter liegt, verándert sich die Rang- 
folge nur moderat, am deutlichsten im Falle von Vaduz. In Planken mit 
den grössten Abweichungen lag bei der Hälfte aller Abstimmungen die 
Abweichung vom Landesergebnis bei über 9,16 Prozentpunkten, bei der 
anderen Hälfte darunter. 
In Abbildung 16 werden wiederum alle Mittelwertabweichungen 
aller Abstimmungstypen (Initiative, Referendum, Landtagsbegehren) zu- 
sammengenommen, dabei wird aber nach drei Perioden unterschieden: 
1919 bis 1944 (letzte Abstimmung effektiv 1937), 1945 bis 1984 und 1985 
bis 2014. Dabei zeigt sich eine eindeutige Tendenz: Fast ausnahmslos 
sind die Abweichungen vom Landesergebnis im Verlauf der Zeit kleiner 
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