Volltext: Direkte Demokratie in Liechtenstein

Hauptkonflikte innerhalb der Themenschwerpunkte 
eine Verbesserung der rechtlichen Stellung gleichgeschlechtlicher Paare 
zum Ziel hatte. Die Landtagsvorlage wurde an der Urne mit einer gros- 
sen Mehrheit von 68,8 Prozent angenommen.551 
6.3.6.5 Weitere Volksabstimmungen 
1925 wurde die erste Volksinitiative gestartet. Anlass war eine Zwangs- 
versteigerung, die im Jahr 1913 durchgeführt worden war. Der Initiant 
Josef Gassner war betroffen von dieser Versteigerung und strebte mit der 
Initiative (die sogenannte Gassner-Initiative) eine Abànderung der Zivil- 
prozessordnung an, damit eine Wiederaufnahme des Verfahrens móglich 
werden sollte.553? Die Landtagsparteien warfen dem Initianten. Miss- 
brauch der Volksrechte vor und verabschiedeten einen Gegenvorschlag 
zur Initiative. Die Initiative wurde hoch abgelehnt (80,9 Prozent Nein), 
während der Gegenvorschlag mit 74,7 Prozent Ja-Stimmen klar ange- 
nommen wurde. 
6.3.7 Jagd, Fischerei, Waffen, Hunde 
6.3.7.1 Jagd 
Die erste Volksabstimmung zur Jagd erfolgte 1961. Am Beginn der 
Auseinandersetzung stand eine Initiativanmeldung im März 1961, die 
vorsah, dass das Jagdrecht bevorzugt an Einwohner der betreffenden 
Gemeinden zu vergeben sei. Der Staatsgerichtshof kam allerdings zum 
Schluss, dass das Begehren nicht verfassungskonform sei, sodass keine 
  
551 www.abstimmung.li. Eigene Archivunterlagen. 
552 Bereits 1920 hatte Josef Gassner, Triesenberg, beim Landtag ein Gesuch um Abän- 
derung der Bestimmungen des Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung einge- 
reicht, welches abgelehnt wurde. LTP 1920/096 (29.12.1920). Siehe auch Quaderer- 
Vogt 2014, Bd. 3, S. 232f. LI LA RF 304/72/18 III. Korfmacher geht an mehreren 
Stellen auf Gassner und seine Versuche zur Lósung des Problems mittels Prozessen 
und Bittschriften bis in die 1930er-Jahre ein (Korfmacher 1999, S. 86-88, 174, 223, 
266—267, 302). 
553 LILA RF 288/072/004. 
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