Volltext: BR 1954-1979

    
Man muss sich vielleicht am Schluss dieser Zeilen fragen: Spricht 
das Bergkreuz die Wanderer und Touristen wirklich an, macht es sie 
still und besinnlich? Erfüllt es seinen Zweck? Es gibt sie leider, die 
Ehrfurchtslosen und Unvernünftigen, die meinen, sie müssten sich im 
Kreuz mit Verkritzeln und Verzeichnen «verewigen», doch ist es eine 
Minderheit. Das alles spricht nicht gegen das Bergkreuz. 
Ich habe Menschen fast jeden Alters gesehen, die um das Kreuz 
stehend gebetet haben, schweigsam wurden und das Kreuz in ihre Seele 
sprechen liessen. Ich habe Menschen getroffen, die um das Kreuz ge- 
schart das «Grosser Gott, wir loben Dich» sangen . . . Ja, sie stehen 
nicht umsonst da oben! 
Wie wahr ist es doch, was ich als Inschrift an einem Bergkreuz am 
Gornergrat ob Zermatt fand: 
Willst du Gottes Liebe seben, 
musst du vor dem Kreuze stehen. 
Willst du Gottes Allmacht sehen, 
musst du in die Berge geben. 
DAS BERGKREUZ 
Nicht marmorschwer wie in der Kathedrale, 
von Gold und Diamanten halt verbrämt, 
nein, schlicbtes, warmes Holz vom boben Tale, 
das sich der kablen Armut nimmer schämt, 
seit der Erlüser sich in Schmerzen wiegte 
und Blut und Sübne an die Brust ibm schmiegte. 
Nun segnet es den Gottesfrieden bin, 
wo immer Seelen gläubig zu ihm fliebn, 
wo schwere Arbeit müd im Schweiss sich regt, 
wo harte Armut ihren Kummer trägt. 
Dem tiefsten Weh wird Trost sein glücklich Teil. — 
Auf Bergen ragt das Kreuz, im Kreuz ist Heil. 
P. Plazidus Hartmann 
  
    
  
  
  
  
  
  
  
     
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
   
	        

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