Volltext: Peter Kaiser

«die alte Zeit und Begebenheit, die Charaktere, Thaten und Schicksale sel- 
ber an den Jünglingen sprechen zu lassen, er kennt in der Darstellung (...) 
keine andere Partei, als die der urkundlichen Wahrheit».?56 
Auch Ignaz Paul Vital Troxler griff óffentlich und mit spitzer Feder die ihm 
verhasste Aarauer Kantonsschule an und spie Gift und Galle gegen die 
«Grossiegelbewahrer der Kantonsschule und Staatszeitung, die Herren 
Lehrer Fróhlich, Rauchenstein und Kaiser». Diese hàátten sogar ihren 
Schulausflug «mit vierzig treuergebenen Zóglingen» just an dem Tag ver- 
anstaltet, als die liberalen Aargauer Mànnerchóre ihr Sángerfest in Aarau 
feierten. So wirke «der Dunstkreis einer nach Liberalismus riechenden 
Menschenmasse auf die Aargauer, Brugger und Vaduzer». Troxler 
bezeichnete die drei Lehrer als «Legitimitátshelden», als «Stabile». Der 
Aarauer Liberalismus — hier meint Troxler den Liberalismus Rauchen- 
steins und Kaisers — fange an, «als eine fade Brühe des juste milieu 
betrachtet zu werden», wáhrenddessen der Radikalismus «reissende Fort- 
schrittey» mache.?®” Es ist auch hier festzustellen, dass die politischen Eti- 
ketten und Schlagworte noch ganz unausgegoren waren, nach Beliebig- 
keit verwendet wurden und erst allmählich eine klarer umgrenzte 
Bedeutung erhielten. 
Am 11. November 1835 veröffentlichte die «Neue Zürcher Zeitung» einen 
Kommentar zu den Aargauer Lehrerwahlen, in welchem die Nichtwahl 
Kaisers als gerechtfertigt bezeichnet wurde. Kaiser sei, schrieb die Zei- 
tung, «allerdings mit einem Vorrath von Thatsachen und Worten, sie nen- 
nen es Kenntnisse, angepfropft, aber von Haus aus ein dunkler, pfäffischer 
Geist; Vock, als er das Ruder führte, drängte ihn der Schule auf, und der 
Günstling spielte seine Rolle so gesetzlich vollständig und pedantisch, als 
nur immer möglich. Gott ist Dank, dass wir des Menschen nur wieder ein- 
Politik 
  
  
  
 
	        

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