Volltext: Abschreibungen, Rückstellungen, privilegierte Warenreserven nach liechtensteinischem Recht

    
   
Seite 94 Rückstellungen - Auflösung und Anpassung 
  
f) Stichtagsprinzip 
Auch das sogenannte «Stichtagsprinzip» ist aus $ 252 Abs. 1 Nr. 4 
des deutschen HGB ersichtlich. Gemäss diesem Bewertungsprinzip 
müssen bei der Bewertung von Rückstellungen sämtliche Vorkom- 
nisse, welche bis zum Stichtag bereits eingetreten sind, mitberück- 
sichtigt werden. 
2.2.10. Auflösung und Anpassung von Rückstellungen 
Jede Rückstellung muss im Rahmen des Jahresabschlusses neu über- 
prüft und eingeschätzt werden (Stichtagsprinzip). Sind die Voraussetzungen, 
aufgrund derer die Rückstellung gebildet wurde, entfallen, muss die 
Rückstellung aufgelöst werden. Oberstes Ziel bei der Bildung sowie Auflösung 
von Rückstellungen sollte immer der korrekte Ausweis der Vermögens- und 
Ertragslage eines Unternehmens sein. Eine Auflösung muss selbstverständlich 
auch für einen etwelchen Teilbetrag von Rückstellungen ins Auge gefasst wer- 
den, wenn am Bilanzstichtag die Voraussetzungen für deren Beibehaltung nicht 
mehr gegeben waren. Die so vorzunehmende Prüfung wird sich i.d.R. auf die 
Frage konzentrieren, ob nach den am Bilanzstichtag geltenden Verhältnissen die 
Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme noch gegeben ist oder nicht. Nach all- 
gemeiner Erfahrung dürfte sich die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme 
mit den Jahren vermindern. 
Anders verhält es sich jedoch dann, wenn ein Gläubiger mit der 
Erhebung von Ansprüchen bewusst zuwartet, um damit einen möglichst hohen 
Klagewert erreichen zu können. Derartig besondere Verhältnisse dürften insbe- 
sondere bei Patentverletzungen vorliegen. Steht man mit einem Gläubiger 
bezüglich seiner Ansprüche in Verhandlung, so muss die hiefür gebildete 
Rückstellung solange beibehalten werden, bis die Wahrscheinlichkeit der 
Inanspruchnahme nicht mehr gegeben ist. 
  
 
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.