Volltext: Abschreibungen, Rückstellungen, privilegierte Warenreserven nach liechtensteinischem Recht

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Rückstellungen - Arten / Provisionen 
  
    
i) Provisons-Rückstellungen 
Die Provision stellt nach dem Handelsrecht ein für eine kaufmänni- 
sche Geschäftsbesorgung ausgerichtetes Entgelt dar, welches nach 
Prozentsätzen des Umsatzes oder Gewinns berechnet wird. An- 
spruch auf Provisionen haben i.d.R. Handelsvertreter, Spediteure, 
Kommissionáre, Makler etc.*. Manchmal erhalten auch Angestellte 
als zusätzliche Vergütung eine Provision. Nach Masshardt? kónnen 
z.B. die an einen Dritten für die Vermittlung von Liegenschaften 
ausgerichteten Provisionszahlungen als geschéftsméssig begriinde- 
te Unkosten zugelassen werden, sofern eindeutig feststeht, dass die 
Dienste dieses Dritten auch tatsächlich in Anspruch genommen 
worden sind”. 
Die Besteuerung einer Provision richtet sich im liechtensteinischen 
Steuerrecht nach Artikel 45, Absatz 1, lit. c, SteG wonach jeder 
Erwerb aus einer anderen als unter lit. a (= Erträge des Vermögens) 
und b (= wiederkehrende Leistungen die bereits nach Art. 44 lit. f 
und g SteG als Vermögen berücksichtigt wurden) genannten selbst- 
ündigen Tátigkeit Gegenstand der Erwerbssteuer ist. 
Da Provisionen geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen 
können, kann hierfür selbstverstándlich auch eine entsprechende 
Rückstellung gebildet werden. Voraussetzung ist jedoch, dass damit 
nicht nur die Vorverlagerung eines Aufwandpostens einer künftigen 
Periode bewirkt wird. Die unmittelbare Verlustgefahr muss nach- 
weisbar sein. Die liechtensteinische Steuerverwaltung anerkennt 
derartige Rückstellungen nur dann, wenn die entsprechende 
Aufwandposition auf das laufende Geschäftsjahr entfällt und der 
Höhe nach nicht genau bestimmbar ist. 
84 siehe auch Allgemeines deutsches Handelsgesetzbuch vom 16.3.1861, abgedruckt in 
LGBI. 1997 Nr. 193, ausgegeben am 7.11.1997 
85 H. Masshardt, Kommentar zur direkten Bundessteuer, 2. Auflage 1985, Seite 291 
86 Archiv Band 28, Seite 536; Band 31 Seite 318; Band 43, Seite 44
	        

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