Volltext: Abschreibungen, Rückstellungen, privilegierte Warenreserven nach liechtensteinischem Recht

Rückstellungen - Arten / Steuerrückstellung Seite 67 
  
f) Steuer-Rückstellungen 
Nach Art. 77, Absatz 3 gelten bezahlte Steuern im Fürstentum 
Liechtenstein, mit Ausnahme der für die Inhaber oder Gesellschaf- 
ter bezahlten Couponsteuern, als geschäftsmässig begründete 
Unkosten. Die Vorlage zum neuen Steuergesetz, welche im Herbst 
1990 vom liechtensteinischen Stimmvolk mehrheitlich abgelehnt 
wurde, sah unter Art. 80, Absatz 1, lit. c, neu vor, dass die Gewinn- 
und Kapitalsteuern generell gesehen geschäftsmässig begründeten 
Aufwand darstellen. Im Gegensatz zu der Bestimmung von Artikel 
77 Absatz 3 wollte man hier somit neu einführen, dass nicht nur 
bezahlte Steuern geschäftsmässig begründeten Aufwand darstellen, 
sondern auch die erst fällig werdenden, ihrem Ursprung nach 
jedoch zum abgelaufenen Geschäftsjahr gehörenden Steuern. 
Nach Masshardt” können Rückstellungen für Steuern, die in einem 
auf die Berechnungsperiode folgenden Jahr zu entrichten sind, nicht 
vom Reinertrag abgezogen werden, und zwar auch dann nicht, 
wenn die Steuern aufgrund der Geschäftsergebnisse der Berech- 
nungsperiode festgesetzt werden. Geschuldete Steuern für ein abge- 
laufenes Geschäftsjahr können dagegen steuerfrei zurückgestellt 
werden. 
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich entschied am 
14.5.1991, dass die Bildung von Rückstellungen für die deutsche 
Mehrwertsteuer ebenso wie für die schweizerische Warenumsatz- 
steuer grundsätzlich zulässig ist; die steuerliche Anerkennung der- 
artiger Rückstellungen setzt indessen voraus, dass ihre Berech- 
nungsgrundlagen im Einschätzungs-, spätestens im Rekursverfah- 
ren offengelegt werden?. Gleiches gilt heute selbstverstündlich im 
Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer. 
74 H. Masshardt, Kommentar zur direkten Bundessteuer, 2. Auflage 1985, Seite 317 
75 Steuer Revue Nr. 6, 47. Jahrgang, Seite 269ff 
 
	        

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