Volltext: Abschreibungen, Rückstellungen, privilegierte Warenreserven nach liechtensteinischem Recht

Abschreibungen - Nachholung / Sätze Seite 25 
  
1.2.5.  Nachholung von Abschreibungen 
Artikel 3, Absatz 1 gibt dem Steuerpflichtigen, welcher in den letzten 
zwei Jahren mangels entsprechender Ertragslage keine Abschreibungen vorneh- 
men konnte die Móglichkeit, diese nachzuholen. Diese Bestimmung wider- 
spricht zwar vollkommen dem Grundsatz der Periodizitàt?, nicht aber dem 
Grundsatz der Gescháftsmüssigkeit, denn die hier nachtráglich geltend gemach- 
te Wertverminderung ist ja auch tatsáchlich eingetreten. Es gilt jedoch zu beach- 
ten, dass diese Nachholung von Abschreibungen von den Steuerbehórden nur 
dann akzeptiert wird, wenn in der Buchhaltung der betreffenden Gescháftsjahre 
auch ein negatives Ergebnis - sprich Verlust - ausgewiesen wurde. 
Wird jedoch - aus welchem Grund auch immer - die jáhrliche, vom Gesetzgeber 
vorgesehene Abschreibungskapazitit nicht voll ausgenutzt und in der 
Buchhaltung ein Reingewinn ausgewiesen, so wird eine Nachholung dieser so 
teilweise oder auch vollstándig unterlassenen Abschreibungen i.d.R. nicht mehr 
zugelassen. Auch hier ist selbstverstándlich eine ordentliche Buchführung zum 
Nachweis des nachträglichen Abschreibungsbedarfs unerlässlich (Artikel 3, 
Absatz 2). 
1.2.6. Normalsitze / Gesetzliches Abschreibungspotential 
In Artikel 4, Absatz 1, Buchstabe a sind die Abschreibungssätze in 
Prozenten vom Buchwert festgehalten. Abschreibungen in dieser Hóhe werden 
vom Gesetzgeber uneingeschrünkt zugelassen. Die hier aufgeführten Sátze gel- 
ten als sogenannte Jahresabschreibung d.h., bei Gescháftsjahren von weniger als 
einem Jahr müssen die errechneten Abschreibungsbetráge entsprechend gekürzt 
werden. 
15 Nach dem Grundsatz der Periodizitüt sollen Aufwendungen und Ertráge demjenigen 
Geschäftsjahr zugeordnet werden, in welchem sie auch entstanden sind bzw. ihren 
Ursprung haben. 
16 Beispiel: 
Buchwert einer EDV-Anlage: CHF 20’000.00 
gesetzlicher Abschreibungssatz: 30% 
Geschäftsjahr 1.4. bis 31.12.19.0 (= 9 Monate) 
Jahresabschreibung: 30% von 20’000.00 = 6’000.00 
zulässige Abschreibung: 6’000.00 : 12 x 9 = 4’500.00 
 
	        

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